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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Umbau_in_Chongqing_von_Atelier_FCJZ_7341223.html

31.07.2020

Erinnerung eines Ortes

Umbau in Chongqing von Atelier FCJZ


Das Palast-Museum in Pekings Verbotener Stadt ist nicht nur eines der wichtigsten Museen Chinas, es verfügt auch über eine eigene Bildungsabteilung. Diese unterhält in mehreren Städten Institute, in denen Vorträge und Workshops zu traditionellen, chinesischen Kunstformen stattfinden. In der 30 Millionen-Stadt Chongqing in Zentralchina am Lauf des Jangtse konnte hierfür ein perfekter Ort gefunden werden: Am Flussufer ist ein altes Warenhaus der schwedischen Firma Anderson & Co. weitgehend erhalten geblieben, von acht erhaltenen Gebäuden stammen die ältesten Teile aus dem Jahr 1891.

Seit 2015 arbeitete das Atelier FCJZ (Peking) von Yung Ho Chang am Umbau des denkmalgeschützten Komplex, dessen Gebäude in sehr unterschiedlichen Zuständen erhalten waren. Für drei Gebäude wurde ein Abriss beschlossen; die Substanz war bereits zu stark beschädigt. Sie wurden durch Neubauten „mit Respekt für den historischen Kontext“ ersetzt, schreiben die Architekten. Von den fünf verbliebenen Gebäuden konnten vier originalgetreu repariert und in Teilen rekonstruiert werden. Das fünfte Gebäude zur Hauptstraße am Flussufer war so gut erhalten, dass es lediglich renoviert werden musste.

Die historischen Gebäude verfügen ihren unterschiedlichen Entstehungszeiten und Nutzungen entsprechend über eine breite Palette an Materialien und Bauweisen, was sich besonders eindrücklich in der Vielfalt an Dachkonstruktionen zeigt. Es gibt Wandkonstruktionen aus Stampflehm, Bruchsteinmauerwerk, Vollziegeln oder hohlen Lehmsteinen. Wo immer es möglich war, erhielten die Architekt*innen die originalen Strukturen oder besserten sie aus. Neue Verbindungen wurden als Glastüren in die Fassaden der Altbauten integriert, denn die künftige Nutzung soll einmal einen Rundgang über das Gelände beinhalten, das zwischen den Gebäuden kleine Gassen, Plätze und Treppen wie in einer Altstadt bietet. Von den Terrassen eröffnet sich mitunter ein weiter Blick auf den Jangtse.

Eine neue Treppe führt an den Neubauten entlang das steile Gelände hinauf. Die neuen Dächer formen einen kleinen Überstand, der auch die Treppe überdacht. Die erhaltenen Steinstufen und Pflasterungen, die Schienen der Straßenbahn sowie Teile der Spontanvegetation wurden als „Erinnerung dieses Ortes“ bewahrt. Die drei Neubauten, die als zentrale Rezeption und für Workshops genutzt werden sollen, lasten auf gebogenen Stahlträgern – ein statisches System, das auf charmante Art die verschiedenen historischen Holztragwerke zitiert und den Gebäuden ein markant gebogenes Runddach aufsetzt.

Die Eröffnung des Forbidden City College Chongqing war ursprünglich für Februar 2020 geplant, wurde aber aufgrund der Covid-Krise in China auf unbestimmte Zeit verschoben. Wir zeigen daher jetzt schon die Bilder des fertig gestellten, aber noch leeren Komplexes. (fh)

Fotos: DID-Studio



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Blick auf das Gelände von Südwesten

Blick auf das Gelände von Südwesten

Kleiner Platz zwischen einem Neubau (rechts) und dem Altbau auf der untersten Terrasse des Geländes

Kleiner Platz zwischen einem Neubau (rechts) und dem Altbau auf der untersten Terrasse des Geländes

Innenraum im rekonstruierten Gebäude 5

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