Haus mit Hut
Umbau in Bremen
Als Haus mit Hut beschreiben Wirth Architekten aus Bremen ihr jüngstes Projekt in der Stadt an der Weser. Die Kornstraße liegt in der Südvorstadt und ist von jenen kleinen Reihenhäusern geprägt, wie sie typisch für Bremen sind. Besonders in ihren kleineren Varianten, die ursprünglich vom einfachen Bürgertum bewohnt wurden, entsprechen diese heute jedoch nicht mehr dem Raumbedürfnis einer jungen Familie. Die Architekten platzieren darum auf einem Bestandsbau ein Dachgeschoss mit Galerie.
Auf die Hut-Metapher verweist mit „Haus Chapeau“ auch der offizielle Name des Umbaus. Da die Architekten aber für ihren Umbau eine ziemlich aufrechte Kubatur wählen, setzten sie zugleich auch ein deutliches Ausrufezeichen – die Straßenecke wird dadurch deutlich markiert, während der bestehende seitliche Giebel im Entwurf erkennbar bleibt.
Im Inneren überrascht das Haus nun mit einer bisher nicht gekannten Großzügigkeit, die nicht zuletzt durch die doppelte Geschosshöhe der Erweiterung und die großen vertikalen Fensterformate ermöglicht wird. Letztere erlauben aus der Tiefe des Wohnraums heraus weite Ausblicke auf die belebte Straße, während umgekehrt auch die Passanten etwas geboten bekommen. Die inszenierten Fotografien, die Christian Burmester in und um das Gebäude angefertigt hat, deuten es schon an. Eine rückwärtige Terrasse, die Wirth Architekten auf dem Altbau platzieren, rundet das Raumangebot ab.
Die Intervention, die die Architekten vornehmen, hat übrigens im Vorfeld schon zu einigen Diskussionen geführt. Darf man das, zwei doch recht unterschiedliche architektonische Typologien einfach miteinander verschmelzen? Die Qualität der kleinteiligen Bremer Stadtstruktur besteht jedenfalls auch darin, immer wieder flexibel auf neue Bedürfnisse reagieren zu können. Damit folgt der Umbau durchaus einer gewissen Tradition. (sb)
Fotos: Christian Burmester
P.S. Habe nichts gegen schepp gelaufene Projekte... doch stolz sollte man nicht darauf sein. Wenn es mein Projekt wäre... und ich habe auch Versuchsprojekte, bei dem man mal was riskiert... doch ich hätte alleine den Innenraum gezeigt!, den der, der lässt sich sicher sehen. Und deshalb ist das Projekt auch irgendwie ein Erfolg... für die Fassade ganz sicher nicht! Tut mir Leid!
Wie Sie an den Bildern die Materialien so genau einschätzen können wollen, ist mir tatsächlich ein Rätsel:
Die "Resopal Küche", sieht doch in Wahrheit eher nach Lack aus (siehe die Kanten in Bild 3).
Das "Billig-Parkett" macht eigentlich einen ganz anständig Eindruck... Ein Preisschild habe ich auch nirgendwo gesehen...oder haben Sie Röntgenaugen und können hier sogar den Schichtaufbau erkennen?
Das "klobige verzinkte Geländer" scheint auf den Bildern, die ich sehe, eher weiß lackiert und ist mit seinen Rundstäben eher zart gebaut: Sogar so zart, dass es nochmal diagonal nach hinten abgesteift werden muss (siehe Bild 5). Außerdem ist es ganz offensichtlich ein unmittelbares "Zitat" des Geländers des Nachbarhauses (siehe Bild 3). Kann man irgendwie augenzwinkernd und charmant finden...
Oder meinten Sie gar das Innengeländer? Das ist aber ebenfalls weiß gestrichen und ganz sicher aus Holz. So richtig klobig, find ich das aber nun auch nicht.
Sogar die Farbe ist bei Ihnen eben "Billo"...Mannmannmann...Sie sind ja ein Experte: Als ob Sie ernsthaft hier sehen könnten, ob nicht sogar eine teuere Mineralfarbe gestrichen wurde.
"Und die Über-Eck- Anordnung der Fenster an den Giebelecken - hat die hier wirklich Qualitäten?"
Ja! Hat Sie wohl, wenn man die Innenraumfotos betrachtet. Zum einen Bild 2, wo man den schönen Ausblick auf den Kirchturm erkennen kann und dann natürlich zum anderen Bild 1 und 5, wo deutlich wird, dass mit der Eckandordnung eben der alte Satteldachgiebel noch einmal nachgezeichnet und betont wird.
Man darf ja gerne etwas nicht mögen und kritisieren. Aber Kritik um des gehässigen Meckerns willen auf derart nierdigem Niveau ist einfach nur ärgerlich, unfair und hmmm...irgendwie billo!
da gebe ich ihnen Recht, man bekommt das Gefühl von einem gebauten Studentenentwurf
Da muß man dann halt was draus machen.
Was ich hier nicht unbedingt erreicht sehe.
Man sieht dem ganzen deutlich an, dass es wenig kosten musste.. (anders als bei dem hier so orgiastisch gefeierten brandenburger Holzhaus vor kurzem.)
Sehr bedenklich finde ich das scheinbar mangelnde Gespür für schöne Materialien. Zum Einsatz kamen anscheinend:
- Plastikfenster
- Resopal-Einbauküche
- klobige verzinkte Geländer
- Billigparkett..
- WDVS + Billo-Farbe
- Blechsockel
Das geht bei gleichen Kosten auch schöner.
Und die Über-Eck- Anordnung der Fenster an den Giebelecken - hat die hier wirklich Qualitäten? Außer dem Gebäude einen grimmigen Grundausdruck zu verleihen und irgendwie auf Teufel komm raus "anders" zu sein?
PS: Was nicht polarisiert, was nur langweilt, das ist ohnehin viel schlimmer