Auftakt für Holzbaucampus
TU Kaiserslautern plant in Diemerstein
Der Pfälzer Wald ist das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands und so ist es naheliegend, dass die Technische Universität der Pfalz-Metropole Kaiserslautern rege im Holzbau forscht. Der Fachbereich Architektur gründete dafür 2014 das T-Lab. Daran sind unter Leitung von Jürgen Graf (Tragwerk und Material) und Stephan Birk (Baukonstruktion I) mehrere Lehrstühle beteiligt. Das Gemeinschaftshaus auf dem Gelände der Flüchtlings-Erstaufnahmestelle „Spinelli Barracks“ in Mannheim ist ein bekanntes Projekt des T-Labs. 2016 planten und bauten es Architekturstudent*innen gemeinsam mit Geflüchteten.
Sechs Jahre nach seiner Gründung erhält das T-Lab nun seinen ersten eigenen Neubau. Es ist eine Forschungs- und Werkhalle, die im Diemersteiner Tal entstehen soll – mitten im Wald zwischen Mannheim und Kaiserslautern, wo die TU einen Holzbaucampus errichtet und ein Seminarhaus unterhält. Die neue Halle wird Raum für Versuche, Studien und Montage bieten. Sie wurde als studentisches Entwurfsprojekt geplant und ist natürlich ein Experimentalbau: Alle Elemente werden so zusammengefügt, dass sie ohne großen Aufwand voneinander getrennt und wiederverwendet werden können. Das Haus benötigt kein bisschen Stahlbeton, es gründet auf Schraubfundamenten. Darauf kommen 20 Zentimeter starke Brettsperrholzplatten, unter denen ein durchlüfteter Kriechboden entsteht. Für die Balken wird Baubuche verwendet. Die wohl größte Besonderheit sind Ringknoten aus Kunstharzpressholz, deren Form sich von Astgabeln ableitet. Deren abgerundete Scheitelpunkte sorgen für eine effizientere Kraftübertragung. Die Knoten wurden im Rahmen einer Promotionsarbeit am T-Lab entwickelt.
Andere Versuchsbauten und Mock-ups sollen später in der Halle gebaut und am Taleingang aufgestellt werden. Dort steht bereits ein Pavillon: eine „Candela-Kuppel“ aus Holz von Christopher Robeller, dem Professor für Digitale Werkzeuge (Digital Timber Construction). Sie werden der originelle Auftakt für den Campus sein.
Text: Heinrich Geißendörfer
Ich finde die Außenform entscheidet sich am Giebel, der auch überschuppend sein muss. Entweder eine breite deutliche Firstüberblechung oder eine einseitig mit der Wetterrichtung überstehende Dachseite, die über die andere entlang des Firsts übersteht.
Nichts gegen Schuhkartons. Aber wenn dann doch richtig und nicht versuchen die ungekonnte ästhetische Gestallt hinter neuen fancy Trägerknotenpunkten zu verbergen.
Über die tollen Schindeln und das Aludach muss man nicht reden. Hier wurde mal wieder in den Holzbau-Retorten-Gestaltungs-Katalog geschaut und nach Lust und Laune ausgewählt.
Schade um die doch sehr progressive Idee.
Die Umsetzung wirkt eher aus der Zeit gefallen und bietet nichts Neues als eine weitere kunstvolle Holzverbindung für die Selbstbeweihräucherung der Holzbau-Gurus.