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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Studentenunterkuenfte_der_ETH_Zuerich_von_Stuecheli_Architekten_5357158.html

27.03.2018

Wohnen an der Weide

Studentenunterkünfte der ETH Zürich von Stücheli Architekten


Zwei große Standorte hat die Eidgenössische Technische Hochschule ETH in Zürich: Das Areal rund um das Hauptgebäude Gottfried Sempers im Zentrum der Stadt und den Campus Hönggerberg. Dort entwickelte sich seit 1957 ein Hochschulstandort, an dem zwar viele hundert Forscherinnen und Forscher arbeiten und mehrere tausend Studierende ausgebildet werden, der aber bis vor Kurzem keine Wohnmöglichkeiten aufwies. Da der Campus gut an die Stadt angebunden ist, war das immer zu verschmerzen. Doch das teure Wohnen in der Limmatstadt und die heutigen Ansprüche an eine Science City – unter diesem Label wird der Standort seit einigen Jahren promotet – riefen nach Funktionsmischung und Unterkünfte für die Studierenden.

Im September 2016 wurden zwei Studentenunterkünfte auf dem Campus von den ersten Bewohnern bezogen. Eines der beiden Häuser stammt von Stücheli Architekten (Zürich), nennt sich Wohnsiedlung Living Science und bietet 208 Wohnungen mit 404 Zimmern sowie 24 Ateliers. 51,5 Millionen Franken hat das Projekt gekostet (BKP 1–9). Der Bau besteht aus vier parallelen Riegeln. In expliziter Bezugnahme auf den Pariser Sozialwohnungsbau Cité Ouvrière aus dem Jahr 1853 verbanden die Architekten je zwei der Riegel mit einer interessanten, offenen Erschließungsstruktur.

Die Küchen- und Wohnbereiche der 1-, 2- und 6-Zimmer-Wohnungen orientieren sich mit ihren raumhohen Fenstern und verglasten Türen jeweils zur luftigen Erschließungszone mit ihren Passerellen. Die eigentlichen Arbeits- und Schlafräume sind nach außen gerichtet. Das Verhältnis von Öffentlichkeit, Halböffentlichkeit und Rückzug – der neuralgische Punkt jedes Studentenwohnheims – wurde gekonnt organisiert. Dazu passt auch die robuste Ausführung der Erschließungszone.

Das benachbarte Wohnheim Twist von architektick (Zürich) bietet Platz für 500 Studierende. Hier wurden die Zimmer jedoch als 6er- und 10er-Wohngemeinschaften angelegt. Knapp 1.000 Bewohner hat die Science City somit seit Kurzem, was den Charakter des Campus bereits erheblich verändert hat.

Nicht zuletzt wird damit endlich der ursprünglichen Intention von Albert Heinrich Steiner genüge getan, der für die Konzeption des Campus und viele frühe Bauten verantwortlich war. Denn Steiner hatte eben nicht eine monofunktionale Wissensstadt konzipiert, sondern von vornherein Wohnungen auf dem Hönggerberg geplant. Doch auch wenn die ETH mit den Neubauten an der urbanen Verdichtung des Standorts Hönggerberg arbeitet, bleibt der Standort auf ambivalente Weise randstädtisch. Denn eine ganze Reihe Bewohner werden auf die Bauernhöfe und ihre Kuhweiden blicken, die direkt neben der weltberühmten Hochschule immer noch zu finden sind. (gh)

Fotos: Hannes Henz


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Stücheli Architekten


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Das Haus liegt am westlichen Rand des Campus Hönggerberg.

Das Haus liegt am westlichen Rand des Campus Hönggerberg.

An den Fassaden wurde mit Band- und Winkelfenstern gearbeitet – je nach Schallimmission, räumlicher Dichte und Sonneneinstrahlung.

An den Fassaden wurde mit Band- und Winkelfenstern gearbeitet – je nach Schallimmission, räumlicher Dichte und Sonneneinstrahlung.

Die Koch- und Wohnbereiche sind zur Erschließungszone orientiert und werden über kurze Passerellen erreicht.

Die Koch- und Wohnbereiche sind zur Erschließungszone orientiert und werden über kurze Passerellen erreicht.

Die offene, robust ausgeführte Erschließungszone bildet das lebendige Rückgrat des Projekts.

Die offene, robust ausgeführte Erschließungszone bildet das lebendige Rückgrat des Projekts.

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