Angenehmer Dreiklang
Strandbad in Lochau von Innauer Matt Architekten
Die kleine Gemeinde Lochau in Vorarlberg liegt zwischen dem gut 1.000 Meter hohen Pfänderrücken und dem östlichen Bodensee, ganz in der Nähe der Stadt Bregenz. Für das gut besuchte Strandbad am südöstlichen Seeufer – der sogenannten Bregenzer Bucht – entwarfen Innauer Matt Architekten (Bezau) einen langgestreckten Baukörper, der unter einem weit auskragenden Holzdach Umkleiden, sanitäre Anlagen und Gastronomie vereint. Wie bei ihrer Gartenwerkstatt in Bezau oder dem Einfamilienhaus in Weiler entschieden sich die Architekt*innen auch beim Strandbad für eine vorgefertigte Holzbauweise.
Direkt an der Schnellstraße in Richtung Bregenz gelegen und mit dem oben aufgesetzten Schriftzug weckt das Haus fast schon Assoziationen an ein amerikanisches Motel – wenngleich es selbstverständlich viel dezenter in seiner Gestaltung ist. Offensichtlich dient der Gebäuderiegel jedenfalls auch als Puffer zwischen Straßenlärm und Badevergnügen. Die Architekt*innen rückten den eingeschossigen Baukörper etwas von der Straße zurück, sodass vor dem Eingang eine verkehrsberuhigte Situation mit rund 200 Fahrradstellplätzen entstand. Helle Betonmauern sorgen zusätzlich dafür, das Strandbad ausreichend von der stark befahrenen Straße abzugrenzen.
Unter dem großen Holzdach gliedert sich der Baukörper in zwei Teile. Im Nordwesten brachten die Architekt*innen die sanitären Anlagen, Umkleide- und Nassbereiche unter, während sich im Südwesten die Gastronomie und eine großzügige Terrasse mit Seeblick befinden. In der Mitte liegt der Eingang zum Strandbad, der gleichzeitig auch Durchgang ist und Besuchern wie Passanten bereits von der Straße aus einen flüchtigen Blick auf das Seepanorama bietet. Der gastronomische Bereich lässt sich überdies auch ohne Besuch des Bades nutzen – ein separater Zugang befindet sich im Südosten.
Oben auf das große Schmetterlingsdach setzten die Architekt*innen eine leichte Konstruktion aus verzinktem Stahlgewebe, die die technischen Aufbauten verbirgt und den großen Schriftzug „Strandbad Lochau“ trägt. Insgesamt ergibt sich so ein angenehmer Dreiklang aus Beton, Holz und Stahl, der weiche Übergänge zwischen Straße, Architektur und Himmel schafft. (dsm)
Fotos: Adolf Bereuter
Hier einfach nur eine Funktion eine Wand, die zwischen Verkehr und See vermittelt. Der See brandet senkrecht an, der Verkehr daran entlang. Die zwei Möglichkeiten die sich dadurch nicht in die Quere kommen. Jede Fassade tut das zwischen innen und außen. Hier ist der See das innen. Immer "IM" Raum fühlen, überall. Einfach mal versuchen. Als letztendlich deine Situation. DU und IM ergänzen sich. Kann man üben. Vielleicht ist ja das objektive, das Gegenüber, das Objekt einfach zu materialistisch missbraucht um sich darin wiederzuerkennen und man weicht dann auf den Raum aus und Raum ist IM.