Apple-Tempel im Silicon Valley
Steve Jobs Theater von Foster + Partners
Das sogenannte mothership von Apple hat eine ikonische Form. Vor allem aus der Satellitensicht ist der Ring mit einem Durchmesser von 500 Metern schnell zu finden. Doch anders als die seit Baubeginn 2013 kursierenden Visualisierungen glauben machen, steht der neue Hauptsitz nicht in einer unberührten Landschaft, sondern im Apple Park – inmitten der typisch suburbanen Struktur von Cupertino im Silicon Valley. Jedes Einfamilienhaus in der Umgebung steht für sich, auch wenn die Nachbarn oft kaum einen Meter voneinander entfernt sind. Ebenso für sich steht jede einzelne bauliche Ikone, die Foster + Partners (London) seit einigen Jahren im Apple Park realisieren. Mit der Präsentation des neuen iPhones konnte nun im September das Steve Jobs Theater eingeweiht werden.
Auch hier entsteht die Illusion, dass ein weiteres Raumschiff im Wald gelandet ist: Unter dem kreisrunden Dach aus Carbonfasern umschließt eine tragende und doch immateriell wirkende Glasfassade von 6,6 Metern Höhe einen stützenfreien Raum. Dies ist das Foyer. Das wesentlich konventioneller gestaltete Auditorium mit 1.000 Sitzplätzen befindet sich im Untergeschoss, in das man unter anderem über einen runden, rotierenden Glasfahrstuhl gelangt. Insofern erinnert das Organisationsprinzip ein wenig an die Neue Nationalgalerie von Mies van der Rohe in Berlin.
Gleichzeitig lässt die runde Form des Steve Jobs Theaters an die Replik eines griechischen Tempels denken, der in einem englischen Landschaftsgarten inszeniert wird. Die Architekten bezeichnen die Positionierung auf einem kleinen Hügel als „sorgfältig choreografierte Sequenz architektonischen Erlebens“. Endlich hat das Unternehmen einen physischen Ort für seine Produktpräsentationen, die von Fans auf der ganzen Welt verfolgt werden. Klar auch, dass er sich gut für Instagram fotografieren lässt. (dd)
Detaillierte Einblicke in den neuen Apple-Campus gibt es im Tech-Magazin www.wired.de. Das englischsprachige Magazin hat auch eine kritische Betrachtung zum Campus veröffentlicht.
Steht doch im Artikel. Tragende Glasscheiben, vermutlich wie die restlichen großen Verglasungen für die Apple-Stores aus Augsburg. Das Dach mittels Carbon als tragendes Material auf leicht getrimmt, damit die Glasscheiben das auch schaffen.
Mich würde aber interessieren wie mit (in Kalifornien selten anfallendem) Regenwasser und der Stromversorgung ins Dach umgegangen wurde.
Bei uns ist das Vorläufer-Modell als "Siemens Lufthaken" bereits einigen bekannt, aber bislang selten verwendet worden.
"To create the jewel, a lens-shaped roof rests gently on a transparent 22-foot- (6.6-meter-) tall and 135-foot- (41.1-meter-) diameter glass cylinder. While appearing to float effortlessly, it is in fact the largest carbon-fiber roof in the world, weighing 80.7 tons (73.2 metric tons). Pushing the limits of materiality even further, just four layers of glass form the structural support. The glass is all that holds up the roof there is not a single column. It is the largest all-glass-supported structure in the world."
Warum auch nicht. Das Dach wird eine sehr leichte Konstruktion sein, Wasser verdunstet oder tropft irgendwo ab, Schnee gibts nicht. Die Rundform ist in sich sehr steif in alle Richtungen und Scheiben in entsprechender Stärke werden schon ein paar Kilo aushalten.