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06.06.2017

Variationen des Weiß

Stanton Williams transformieren das Musée d’arts de Nantes


Am 23. Juni wird das ehemalige Musée des Beaux-Arts in Nantes, eines der größten französischen Kunstmuseen, nach einer mehrere Jahre andauernden Renovierung und Erweiterung unter dem neuen Namen Musée d'arts de Nantes seine Türen öffnen. Den Umbau verantwortete das Londoner Büro Stanton Williams.

Die im Herzen von Nantes gelegenen Bestandsgebäude – ein aus dem 19. Jahrhundert stammendes, typisches Beaux-Arts-Palais und eine bereits im 17. Jahrhundert erbaute Kapelle – repräsentieren auf exemplarische Weise den tradierten Bürgerstolz der Stadtbewohner. Dieses historische, durchaus etwas „introvertiert“ und hermetisch wirkende Ensemble wurde nun durch Hinzufügung einer zeitgenössischen architektonischen Ebene sowohl aufgelockert als auch erst eigentlich miteinander verbunden. Im Zusammenspiel mit einer fein abgestimmten Museografie der Sammlung soll die Erweiterung auch für eine neue Lebendigkeit und demokratische Öffnung des Museums stehen.

Der Umbau, der für mehr als 4.000 zusätzliche Quadratmeter sorgt, umfasst im Wesentlichen zwei markante Neubauten: einen „Cube“ mit Ausstelllungsräumen für die Abteilung der zeitgenössischen Kunst und ein Archiv mit Bibliothek. Darüber hinaus wurde ein neues Geschoss unter dem Palais angelegt, das Raum für ein Auditorium, Bildungskabinette und noch mehr Ausstellungsfläche bietet. Auch die Außenbereiche wurden völlig neu gestaltet: Zwischen Kapelle und Palais liegt nun ein Skulpturengarten, der Vorplatz des Museums, der sogenannte „Parvis“, erhielt neue Zugangswege.

Die formale Klammer zwischen Bestand und Neubauten entsteht durch die explizite Wahl eines weißen Steins als Baumaterial. Als Alternative zu dem in Nantes charakteristischen Tuffeau-Stein, der sich durch seine Feinheit und Weiße auszeichnet, aufgrund seiner Porosität jedoch für ein neues Gebäude nicht in Frage kam, wurde weißer Marmor eingesetzt. Die komplette Südfassade des „Cubes“ ist mit einer besonderen Form dieses Marmors verkleidet, die in Zusammenarbeit mit dem französischen Baustoffhersteller Saint-Gobain entwickelt wurde: Eine nur vier Millimeter starke Marmorplatte liegt eingebettet zwischen zwei Glasschichten, so dass eine sehr zart wirkende, transluzente Schicht entsteht, die an Alabaster erinnert – und als Referenz an frühere Zeiten gedacht ist, als dieser noch statt Glas verwendet wurde, um Licht in Räume zu bringen und zugleich die darin aufbewahrten Kunstgegenstände zu schützen.

Anlässlich der bevorstehenden Wiedereröffnung des Museums wird beim französischen Verlag Archibooks eine Monographie zu Stanton Williams' Museumstransformation erscheinen, die einen ausführlichen Überblick über das architektonische Konzept und die künstlerischen Aspekte der Sammlung sowie zahlreiches Bildmaterial bereitstellt. (da)

Fotos: Hufton + Crow, Stefano Graziani


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