Prägnanter Akzent
Staab gewinnt Wettbewerb für Messe Wiesbaden
Wiesbaden hat ehrgeizige Pläne: Wegen seiner historischen Bauten strebt es die Aufnahme auf die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes an. Aber auch mit Neubauten und Infrastruktur möchte die hessische Landeshauptstadt punkten. Ein Vorhaben ist der Neubau der Messe; das Gebäude soll anstelle eines inzwischen unzureichenden Baus, den Rhein-Main-Hallen von 1957, entstehen. Für das günstig gelegene Grundstück zwischen Bahnhof, Kurhaus und Innenstadt wurde ein eingeladender Wettbewerb ausgelobt. Unter 25 Einreichungen erhielten Staab Architekten aus Berlin den Zuschlag. – Die Preisrichter unter Vorsitz von Zvonko Turkali vergaben folgende Platzierungen:
- 1. Preis: Staab Architekten, Berlin
- 2. Preis: KSP Jürgen Engel Architekten, Frankfurt/Main
- 3. Preis: CODE UNIQUE Architekten, Dresden
- 4. Preis: Ferdinand Heide Architekt, Frankfurt/Main
- Anerkennung: Schneider + Schumacher, Frankfurt/Main
- Anerkennung: Prof. Christoph Mäckler Architekten, Frankfurt/Main
Der Entwurf von Staab überzeugte die Jury als städtebaulich prägnanter Akzent. Der Beitrag, so die Erklärung, „definiert auf raffinierte Weise den Straßenraum. Das große Gebäudevolumen reagiert mit durchdachter Gliederung und mit Vor-, Rück- und Höhensprüngen auf das heterogene Umfeld und stellt somit einen gelungenen Dialog mit seinem jeweiligen Gegenüber her. Die skulpturale Ausformung der Fassade mit ihren vielfältigen Unterschnitten bereichert den öffentlichen Raum.“
Die Preisrichter empfahlen den Vorschlag einstimmig zur weiteren Bearbeitung; 2017 soll das Gebäude mit 15.000 Quadratmetern Nutzfläche bezugsfertig sein.
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Das mag vielleicht zutreffen, allerdings geht es doch bei einem Wettbewerb um die tatsächlich angebotene Lösung, d.h. um die Abgabepläne, die Darstellung, also das was wirklich zum Zeitpunkt des Wettbewerbs an Information vorhanden ist.
Sonst müsste man doch keine Wettbewerbe mehr machen, da nur der Name des Büros und der Verweis auf bereits erstellte Projekte ausreichen würde.
Und genau hier besteht der Widerspuch in der Argumentation derjenigen, die einfach sagen, dass ein Entwurf doch gut sei, egal wie er doch tatsächlich wirkt oder dargestellt ist, da der Gewinner sowieso gute Architektur mache.
Das ist eben genau der Hintergrund, warum die Auslober immer die gleichen Büros einladen. Der Entwurf selbst ist gar nicht so wichtig, wichtig ist, dass man ein bekanntes Büro gewinnen lässt, um dann vor dem Gemeinderat alle kritischen Stimmen mit dem Verweis auf das Oeuvre des Architekten zu befriedigen.
Was ist also der Sinn eines Wettbewerbs?
Wettbewerbe sind doch mittlererweile lediglich Verfahren zur Legitimierung der Bereitstellung von Kapital und Resourcen wie z.B. städtischer Baugrund mit der Hoffnung, dass der Gewinner so konsenzfähig sei (und damit mittelmäßig), dass das Projekt problemlos realisiert werden kann.
Der oft gelesene Satz "Der Auslober hätte einen Wettbewerb durchgeführt", soll doch nur suggerieren, dass man demokratische Prinzipien bei der Entscheidungsfindung angewandt hätte und dass eben dies Lösung daher eine gewisse Qualität aufweise, was natürlich z.B. bei VOF Verfahren einfach nur gelogen ist.
Übrigens, wie soll man bei einem beschränkten Wettbewerb etwas besser machen können? Logik?
Seien wir doch mal ehrlich, die oberen 3% der Architekturbüros besitzen einen Namen, da sie noch zu "offenen Wettbewerbszeiten" sich diesen erarbeiten konnten (oder auch nur das Büro des Vaters übernommen haben), mit einer Armee an "ghostdesignern oder -plannern", die dann als Trüffelschwein eingesetzt werden.
Vielleicht sind Pseudonyme wie "Frank" für ghostdesigner eben passender, wer sollte sich für meinen Namen interessieren?
Es reicht doch, dass es "Staab" gibt.
Oder einfach selber besser machen...
"Frank": Ich wusste gar nicht, dass Volker Staab zum Mittelmaß gehört. Wieder etwas dazugelernt.
Es liegt selbstverständlich nicht daran, dass in Frankfurt die meisten großen Hessischen Architekturbüros beheimatet sind und es daher fast logisch ist, dass diese auch bei den Preisen eines Hessischen Wettbewerbes, wo nunmal lokale Büros bei der Vorauswahl bevorzugt werden, etwas abbekommen zumal Herr Prof. Turkali selbst Frankfurter ist und in dem Frankfurter Entwurfskanon mitmacht. Nein, das ist das was die Matrix uns glauben machen will!
Sie machen Ihrem Namen in jedem Fall alle Ehre, sie beobachten so genau, dass sie die Fesseln des Offensichtlichen und der Realität problemlos sprengen und den Geist Cthulhus lesen und damit die absolute Wahrheit zu erblicken vermögen.
Der beste Entwurf hat gewonnen und der Staab wird es bauen, so wie er den Hda Turm auch gebaut hat. Und wenn nicht, ist es auch keine Katastrophe.
Ist es ein Zufall, dass bei 4 Preisen und 2 Ankäufen 4 Frankfurter Büros genannt werden? Konnten sich etwa die hessischen Fürsprecher der jeweiligen Projekte am Ende nicht einigen wer von Ihren Zöglingen gewinnen soll? Also entschied man sich für eine Alternative die im Anschluss an den Wbw in den lokalen Presse als inbegriff der Hässlichkeit bezeichnet wird damit am Ende doch ein Frankfurter Büro bauen kann?
Welcher Entwurf wird wohl gebaut?
Wetten ein Büro aus Frankfurt!
Vielleicht wäre bei Architekturwettbewerben dieser Dimension eine basisdemokratische Entscheidung vorteilhaft. Damit könnte man auch alle Nebenwirkungen bezüglich mglw. steigender Baukosten auf eine demokratische Entscheidung zurückführen.