Kontemplation in Weiß
Sportschule von Pedro Reis in Portugal
Der mittelalterliche Ortskern der Stadt Melgaço im Norden Portugals ist geschütztes Kulturerbe. Über einem Weinberg liegt die neue Sportschule von Pedro Reis. Der Architekt entwickelte sein Profil zwischen Portugal und den USA bei der Zusammenarbeit mit Souto Moura und Toshiko Mori. Auf dem Nachbarberg befinden sich zwei Hotels. Vermutlich möchte die Stadt mit dem Bau des Schulungszentrums bei den bestehenden Sportanlagen zusätzliche Anreize für Tourismus schaffen.
Unterrichtsräume sind in einem angehobenen weißen Volumen untergebracht. Die horizontalen Fensterbänder betonen dessen Länge. Durch diese Öffnungen wird der Blick in das Grün ringsum eingefasst. Um die zentrale Treppe gibt es keine Öffnung nach Außen – dort ist das kontemplative Weiß des Innenraums durch indirektes Licht inszeniert. Die natürlichen Farbtöne der ausgewählten Materialien und Oberflächen von Putz und Waschbeton bis zu Granit und Holz unterstützen die klassisch-moderne Anmutung des Entwurfs.
Der Haupteingang befindet sich erwartungsgemäß an der Schnittstelle der versetzt gestapelten Volumen. Unter den weißen Kasten schob Reis einen grauen mit schmalen vertikalen Öffnungen zwischen den Fassadenplatten. Im Zentrum des Kubus befindet sich ein Hörsaal. Was wird wohl in den benachbarten Laborräumen untersucht werden? (dd)
Fotos: PRA / José Campos
Sorgen auch für eine gute Bauqualität im Sinne von Schadensfreiheit und schaden nicht der Architektur.
Problematisch ist, dass einige Normen und Vorschriften stark in die Architektur
eingreifen, gerade wenn man sie versteht und anwendet. Die DIN-Normen
werden in der Regel nicht von gestaltenden Architekten, sondern Sachverständigen Handwerksverbänden und Expertenkommissionen mit absoluten Sicherheitsdenken eines Gebäudes angefertigt worin ein Hauptproblem liegt. Gut werden die Details doch erst wenn man den Weg der Tugend verlässt!
Doch welcher Bauherr erlaubt einem das schon. Der öffentliche Bauherr wird dies doch wohl kaum tun, gerade beim Thema Gewährleistung.
Und doch ärgern einen immer wieder die gleichen Details: Attika und Tropfkanten, Treppen und Geländer..
Und manchmal die Wärmedämmung in Form von dicken Ansichtskanten.
Wünschenswert wären Arbeitspapiere oder Expertengutachten, die genau bei diesen Punkten ansetzten und objektiv bewerten, wie sich das Thema Gewährleistung im Zusammenhang mit Schadensbildern bei diesen sensiblen Punkten verhält. So könnte man bei schönen Details die Bedenken ein ganzes Stück weit relativieren und vielleicht sogar entkräften.
Ich hab das mal sortiert, weil ich zustimmen und es lesen koennen will.
mein sohn ist an einer sog. olympia-elite-sportschule in berlin. zur zeit ist das schwimmbad dort wegen legionellen geschlossen, in der schule stürzte ein fenster in den klassenraum und verletzte zwei schüler schwer, der schulbau ist ein asbestverseuchter klotz und die hälfte der räume können nicht betreten werden...
realität in der hauptstadt des offiziell so reichen deutschland.
innen... da läuft einem das Wasser im Mund zusammen..
@peter
amen!
Wir brauchen sowas wie die RAF (RoteArchitektenFraktion) die in gezielten Interventionen gegen die DIN vorgeht... nicht mit Waffen aber mit Schirm Charm und Melone.