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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Sportschiessstaette_in_Kanada_4599575.html

11.11.2015

Treffsicher

Sportschießstätte in Kanada


Die Planung einer Sportschießstätte zählt nicht unbedingt zum gewöhnlichen Repertoire in der architektonischen Planung. Für das Berliner Büro magma architecture, das kürzlich eine solche Sportstätte für den Toronto International Trap & Skeet Club in der Nähe von Cookstown, Ontario fertiggestellt hat, war dies bereits der zweite Bau solcher Art. Denn 2012 entwarfen sie die Olympic Shooting Venue für die olympischen und paraolympischen Sommerspiele in England. Während letztere nur als temporärere Hallen konzipiert waren, ist die neue Schießanlage in Kanada als feste Trainingsanlage für kanadische Profischützen konzipiert. Eingeweiht wurde sie diesen Sommer während der TO 2015 Pan American Games.

Im offenen Erdgeschoss befinden sich kombinierte 25- und 50-Meter-Bahnen. Der Schützenbereich wird vom geschlossenen ersten Obergeschoss überdacht, wo sich die 10-Meter-Bahnen befinden. Er wird als eingespannter Riegel von den beiden die Bahnen flankierenden Fassaden getragen. Diese beiden 65 Meter langen Fassadenseiten geben dem Bau durch ihre gezackte Oberkante seine markante Form, die sich nicht allein aus gestalterischen Vorlieben ergab. In Zusammenarbeit mit den Ballistikern wurden zur Formfindung alle möglichen Flugbahnen der Projektile untersucht und alle für das Abschirmen nicht notwendigen Fassadenflächen weggelassen.

Mit einem geringen verfügbaren Budget sollte der Bau kostengünstig und nachhaltig sein, weshalb die Architekten nicht nur auf Materialeinsparung achteten, sondern auch auf die Verwendung lokaler Materialen. Für die Stützen wurden daher zum Beispiel sogenannte H2-Strommasten aus Holz verwendet, die in Kanada weit verbreitet sind.

Auch für diesen Auftrag wählten die Architekten eine auffällige Gebäudeform und Fassadengestaltung. Nun ist Schießen aber keine Sportart von medialer Präsenz und in der Ausübung für das menschliche Auge des Zuschauers nur schwer beobachtbar. Das expressive Äußere des Neubaus vermittelt daher den Eindruck, als wollten die Architekten dem Schießsport gerade deswegen eine um so deutlichere Verpackung mit Wiedererkennungswert geben. (ks)

Fotos: Christie Mills


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