Bronze fürs Turnier
Sporthalle in Affing-Bergen von Schwinde Architekten
Die kleine Gemeinde Affing liegt nordöstlich von Augsburg. Ende 2017 hat hier das Münchner Büro Schwinde Architekten , das unter anderem auf die Planung von Bildungs- und Sportstätten spezialisiert ist, im Ortsteil Bergen eine Doppelsporthalle fertiggestellt. Die großzügige, sieben Meter hohe und 27 auf 20 Meter messende Halle soll auch für Volleyballturniere der örtlichen Sportvereine zur Verfügung stehen.
Entstanden ist der Neubau mit einer Nutzfläche von 1.450 Quadratmetern als Erweiterung der staatlichen Realschule. Er fungiert nicht nur als Sporthalle, sondern umfasst auf der oberen Ebene auch den Speisesaal und die Küche für die Schüler der Schule. Nordwestlich des Bestands positioniert und zur Hälfte in einen Hang eingegraben, ist das neue Gebäude durch einen Steg direkt mit der Realschule verbunden. So wird den Ganztagesschülern ein trockener Übergang zum Speisesaal ermöglicht. Der Sockelteil des Gebäudes, der aus dem Hang herausblickt, wurde in Sichtbeton ausgeführt. Darüber schließt eine bronzefarbene, stranggepresste Aluminiumfassade an. Die Architekten betreuten das Projekt vom Vorentwurf bis zur Bauüberwachung.
Den zentralen Mittelteil bildet die doppelgeschossige Turnhalle, die durch einen Vorhang in zwei Bereiche getrennt werden kann. Daneben befinden sich zur westlichen Seite die Geräteräume und Technikflächen für die Lüftung. Östlich liegen die Umkleiden, die von Stiefel- und Turnschuhgang eingefasst werden. Aus einem kleinen Foyer führt eine offene Treppe ins Obergeschoss. Hier finden sich der Ganztagesbereich mit Küche und Speisesaal, ein Konditionsraum sowie eine Galerie, die zur Halle hin orientiert ist.
Im Inneren der Halle wurde in Ergänzung zum Sichtbeton auf Holz gesetzt. Die natürliche Belichtung und Belüftung erfolgt über zwei Lichtbänder. Diese sind mit weißen Kapillarplatten im Scheibenzwischenraum ausgestattet, die Sonnen- aber auch Blendschutz bieten, um die Turnierbedingungen zu verbessern. Außerdem wurde ein Traversensystem für die Ausleuchtung einer mobilen Bühne integriert. Nachdem die Halle nun etwa sechs Monate in Betrieb ist, sollen zur Verbesserung der Raumakustik noch schallabsorbierende Paneele an der Decke ergänzt werden. (kh)
Fotos: Stefan Müller-Naumann
Mir ging es nicht um mehr Signature Buildings, sondern gerade um hochwertige Alltagsarchitektur, die aber einen Schritt weitergeht als das hier.
Wie Du schon richtig sagst, es ist durchaus gute Architektur, erfüllt ihren Zweck, tut dem Auge nicht weh und bleibt trotz allem einfach eine blutleere Angelegenheit bar jeder Persönlichkeit. Brav sind alle Checkboxen zeitgenössischer "durchaus guter" Architektur abgehakt. Der Sichtbeton, die kontrastierenden Fensterprofile, die Strenge im Entwurf, die durch eine "frische" Farbe gemildert werden soll und irgendwie jugendlich zu wirken hat, das helle Holz, eine dilettantische Beschriftung, ein kecker Knick hinrund Spiel mit den Ebenen da und es bleibt trotzdem eine öde Halle.
Mir ist klar, dass gerade im Schulbau kein Geld mehr für Extraleistungen da ist, aber ein bisschen mehr Lust an Gestaltung ist das zu viel verlangt?
Ich finde es sehr gut, dass das Baunetz nicht ausschließlich "Signature Buildings" veröffentlicht, sondern auch hochwertige Alltagarchitektur!
Mein Aldi um die Ecke wurde auch gerade neu gebaut, möchtet ihr da auch was drüber schreiben?
Ins Gewerbegebiet passend; aber als Bildungsstätte: abstoßend!