Aktiviertes Dach in der Bonner Agglo
Sport- und Kulturhalle in Alfter von Königs Architekten
Die Gemeinde Alfter bei Bonn entwickelt seit einigen Jahren auf der Basis eines integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) ihren Ortskern unter dem Namen Grüne Mitte Alfter. Das ambitionierte und umfangreiche ISEK sieht einen zentralen und begrünen Platz, qualifizierte Freiräume, einen Supermarkt mit Wohnungen im Obergeschoss sowie eine neue Kultur- und Sporthalle vor. Im letzten Sommer wurde die neue Halle eingeweiht, die ein ganz wesentlicher Impulsgeber für die Belebung des Ortskerns sein soll. Neubau als auch ISEK stammen von Königs Architekten.
Die Kölner Architekt*innen verlegten das Sportfeld der Halle in das Untergeschoss und arbeiteten mit raumhohen Glasflächen, V-Stützen aus Holz und einem weiten Dachüberstand. Das Ergebnis ist ein städtebaulich angemessen zurückhaltender Baukörper, der elegante Transparenz und sinnfällige Holzkonstruktion überzeugend kombiniert.
Die Halle entstand an Stelle eines Bolzplatzes. Sie ist Teil des örtlichen Schulcampus, bietet aber weit mehr, als einfach nur Platz für den Schul- und Vereinssport. Denn das klassische, 17 x 34 Meter große Sportfeld kann nicht nur zweigeteilt, sondern auch zu einem kulturell nutzbaren Raum umgebaut werden. Die dafür nötige Bühne (die an der Längsseite gegenüber der Tribüne aufgestellt wird) sowie zusätzliche Bestuhlung sind vor Ort eingelagert, sodass aus der Sporthalle mit wenig logistischem Aufwand ein Saal für 400 Personen werden kann. Im Foyer sind außerdem alle notwendigen Anlagen vorhanden, um bei Bedarf ein nicht-kommerzielles Quartierscafé zu betreiben.
Der eigentliche Clou der Halle ist jedoch die aktivierte Dachfläche. Sie bietet Ersatz für den Bolzplatz, der dem Neubau weichen musste. Während früher auf rotem Tartan gekickt wurde, findet sich auf dem Dach der Halle nun eine aufwändig und farbig durchgestaltete Anlage aus Basketballfeld, Calisthenics-Geräten, verschiedenen Sitzmöbeln und extensiv begrünten Flächen. Sie entschädigt nicht nur für den überbauten Freiraum, sondern erweist sich als ein überraschend urbaner Ort vertikaler Verdichtung, der frei und unabhängig von der Hallennutzung zugänglich ist – und im besten Fall zum Treffpunkt der örtlichen Jugend werden könnte.
Der Bau geht auf eine Mehrfachbeauftragung im Jahr 2019 zurück und wurde im Sommer 2024 abgeschlossen. Als Baukosten geben die Architekt*innen 13,5 Millionen Euro brutto an. Dafür entstanden 2.700 Quadratmeter Bruttogrundfläche. Die Landschaftsarchitektur stammt von Stern Landschaften aus Köln. Das Düsseldorfer Büro von MO Architekten betreute die Leistungsphasen 6 bis 8. (gh)
Fotos: Margot Gottschling, Constantin Meyer
und den eventuellen anderen Neubau am Platz gestritten, und ich bin mir nicht sicher, ob der dringend nötige städtebauliche Entwicklungsplan am Ende so umgesetzt werden kann. Davon mal abgesehen, ist es meiner Meinung nach ein sehr gelungenes Projekt, auch in den Details der Holzkonstruktion.
verstehe ich nicht, wieso macht es Sinn, einen Bauherrn davon zu überzeugen, Geld und Ressourcen für eine Dachnutzung zu verschwenden, wenn es andere, sinnvolle und einfachere Lösungen gibt. Für dieses Dach wäre in meinen Augen eine einfache Begrünung sinnvoll gewesen.
Für New York oder Tokio sicher eine Lösung - aber hier?