Schinkel als Stadtmöbel
Spender für Berliner Bauakademie gefunden
Von der Bauakademie hat man in Berlin seit fast vier Jahren kaum mehr etwas gehört. Vor vier Jahren – da wurde die heute noch bestehende Plastikplanen-Attrappe fertig, die für den Wiederaufbau der im Krieg beschädigten und 1962 abgerissenen Schinkelschen Bauakademie in Berlin werben soll (siehe BauNetz-Meldung vom 11. August 2004).
Die Funkstille hatte einen guten Grund: Dem konservativen Verein unter Vorsitz von Hans Kollhoff, der den Wiederaufbau betreibt, fehlte das Geld. Das Grundstück wird zwar die öffentliche Hand beisteuern, das Gebäude soll aber ausschließlich aus Vereinsmitteln errichtet werden. Und der war bislang klamm. Das dürfte sich jetzt geändert haben: Die Berliner Lokalpresse berichtet über die Ostertage 2008, dass der Unternehmer Hans Wall, der mit Klohäuschen und werbetragenden „Stadtmöbeln“ sein Geld gemacht hat, als Großspender geworben werden konnte. 20 Millionen Euro will er beisteuern; damit kann nach Berechnungen des Vereins das Gebäude errichtet werden, wenn man auf eine Unterkellerung verzichtet.
Wall hat einen indirekten Bezug zum Bauakademie-Verein, hatte doch Josef Paul Kleihues Entwürfe für Kioske der Firma Wall angefertigt – derselbe Kleihues, der bis kurz vor seinem Tod Vorsitzender des Bauakademie-Vereins war. Kleihues' Bemühungen, den Verein aus der traditionalistischen Ecke zu rücken (siehe BauNetz-Kommentar vom 14. 3. 2003), sind nach seinem Tod von dem amtierenden Präsidenten Hans Kollhoff nicht weiterverfolgt worden.
endlich mal jemand, der hier mit sachkenntis argumentiert und auch über inhalte bescheid weiss und sein wissen nicht nur aus eigenen betrachtungen seiner 3.semester-entwürfe bezieht! mehr davon!
ps: nordwest rules! schinkel was one of them!
ich würde mich dann über eine kurze mitteilung freuen.
einstweilen steige ich jedoch aus unserer kleinen unterredung aus. zu bescheiden ist meine vorstellungskraft !
im innern der f.-kirche sind hübsche ziegelgewölbe aufgepinselt, die weder ein beweis unverkleideter ziegelarchitektur sind und in ihrer ausführung eine naive vorstellung von gotischen gewölbekonstruktionen darstellen.
wie dem auch sei, zurück zu kollhoff, dem alten schlossgespenst und meister herabfallender wittmunder-torfbrand-riemchenplatten am potsdamer platz: baustile unhistorisch nachzubauen ist eine deutsche disziplin, deren zeitgemäße spielarten kolli heute in berlin am besten beherrscht - siehe auch leibnizkolonnaden...
warum nicht die akademie historisierend auf dem friedrichswerder nachbauen und dann mit einer stimmann-blockrand-glashülle überziehen, die herr wall dann mit werbeflächen digital bespielen kann? denkbar wären auf dieser glashülle dann auch projektionen anderer historischer fassaden - im wechsel stadtschloss, palast der republik oder das ehemalige ddr-außenministerium, das dann auf einmal dem müller-reimann-neubau gegenüberstünde. das wäre mal eine zeitgemäße berliner lösung!