Mit Köpfen
Spatenstich für Landtag-Schloss in Potsdam
Mit dem heutigen Spatenstich für den Brandenburger Landtagsneubau und die damit verbundene Schloss-Rekonstruktion in Potsdam nach Plänen von Peter Kulka (Dresden) werden Nägel mit Köpfen gemacht.
Das Potsdamer Stadtschloss soll mit den Fassaden des 1744-51 von Georg Wenzelslaus von Knobelsdorff erbauten und 1960 unter dem SED-Regime abgerissenen Schlosses versehen werden. Der Software-Unternehmer Hasso Plattner hatte die dafür erforderlichen Mehrkosten von 20 Millionen Euro gespendet. Dennoch wird der Neubau keine exakte Kopie des Vorgängers, denn der neue Landtag soll eine Nutzfläche von 19.000 Quadratmetern mit Platz für 150 Abgeordnete erhalten. Dieser Raumbedarf wäre in der Kubatur des historischen Schlosses nicht unterzubringen. Daher wird der Innenhof stärker bebaut als im Original, und es wird ein zusätzliches Obergeschoss eingefügt. Anfang 2013 soll das Parlament hier den Betrieb aufnehmen.
Eine ausführliche Beschreibung des Projekts sowie einen Kommentar der Redaktion dazu finden Sie in unserer BauNetz-Meldung zum Wettbewerbsergebnis vom August 2009.
Ein Landtag in einem rekonstruierten Neu-Schloß?
Da sollen die Bürger wohl schon vorher eingeschüchtert werden?
Ehe alles in Diskussionen untergeht, wird es im Rohbau schon fertig sein.
Wie haben die das bloß hingekriegt?
Zur Frage Ausrichtung kann ich nur sagen, dass dies ein Riesenproblem ist. Ein Regent hat vor einigen hundert Jahren aus einer Laune heraus eine Ausrichtung gewählt, die bei jedem Wettbewerb zur Errichtung eines solchen Volumes in dieser städebaulichen Platzsituation zum Rauswurf im ersten Rundgang geführt hätte, da in den klar strukturierten Platz sich die diagonal verdrehte Ecke eines "monsters" reinschiebt. Amüsanterweise gibt es jetzt eine Infobox "Schaustelle Landtag", die die orthogonale Ausrichtung des Alten Marktes aufnimmt, von deren Längsseite einer Aussichtsterrasse man am Objekt der Schaulustigkeit vorbeischaut, eher mit Blick auf den unsäglichen Hauptbahnhof. Da war vielleicht ein Schelm am Werke.
Wies ehen Sie das?