Redesign am Place de la Monnaie
Snøhetta und Binst Architects planen in Brüssel
In prominenter Innenstadtlage direkt gegenüber des Brüsseler Opernhauses La Monnaie/De Munt ragt ein markantes, kreuzförmiges Hochhaus empor: das Centre Monnaie/Muntcentrum, erbaut 1971 nach Plänen des aus dem Stadtteil Ixelles stammenden Architekten Jaques Cuisinier. Das 62.000 Quadratmeter fassende Bürogebäude, in dessen Sockel sich das Einkaufszentrum „The Mint“ befindet, soll nun umfassend saniert und zum zeitgemäßen Mixed-Use-Komplex mit Wohn-, Hotel- und Büronutzung umgestaltet werden.
Die Eigentümer Immobel Group and Whitewood lobten dafür 2019 in Kooperation mit dem Brüsseler Bouwmeester Maître Architecte einen internationalen Wettbewerb aus. Aus den 50 eingegangenen Konzepten kamen fünf in die engere Wahl. Als Gewinner konnten sich Snøhetta (Oslo) mit Binst Architects (Antwerpen) durchsetzen, die vor Ort von den Büros DDS und ADE bei der Ausführung unterstützt werden. Die weiteren Finalisten waren 3XN (Kopenhagen), Schmidt Hammer Lassen (Aarhus), Studioninedots (Amsterdam) und Office Kersten Geers David Van Severen (Brüssel) mit l’AUC (Paris).
Der Entwurf des norwegisch-belgischen Architektenteams überzeugte durch seinen wertschätzenden Umgang mit dem Bestand und einen nachhaltigen Ansatz, der auf Flexibilität, Wiederverwendung und eine saubere Energieproduktion mittels Photovoltaik setzt. Während die charakteristische Silhouette und die Betonstruktur des 63 Meter hohen Bauwerks erhalten bleiben, werden dessen äußere Hülle ebenso wie die innere Organisation grundsätzlich überarbeitet. Dabei soll der derzeit eher geschlossene Charakter des Gebäudes zugunsten einer besseren Interaktion mit der Umgebung weichen.
Geplant ist, der Bestandsfassade ein neues modulares Stahlskelett mit integrierten Photovoltaikelementen vorzulagern, was zugleich der passiven Belüftung dient. So soll das Gebäudeinnere von haustechnischem Ballast befreit und flexibler bespielbar werden. Von der bestehenden Konstruktion möchte man dabei so viel wie möglich erhalten. Zudem wird eine Stärkung und Erweiterung der öffentlichen Bereiche angestrebt: Auf dem Sockelgeschoss sind Terrassen vorgesehen, von denen man das Geschehen auf dem Place de la Monnaie bestens beobachten kann, während die im Dachgeschoss situierte, öffentlich zugängliche Hotellobby mit Restaurant weite Ausblicke über die Stadt ermöglicht. (da)
Was kann man denn am Städtebau besser machen wenn die Baumasse rein muss?
Bitte konkrete Vorschläge, nicht plaudern....
Hilfreich ist den klotz so aufzulösen als ob alles, auch unser Straßenraum darunter, an ihm hängt, von oben gegeben wirkt, dann wirkt er maximal leicht.
Gute Architektur hängt, wirkt wie von oben gegeben, trägt unsere ganze Situation darunter, in der wir uns ja bewegen.
Alles in Raum verwandeln, auflösen, in das Gegenteil unserer klotzigen Gebrauchswahrnehmung.
Dann hängt die ganze Stadt an diesem Lufthaken, wie vielleicht Paris am Eifelturm, weil der uns mit dem riesen Luftraum verhakt der uns Weite gibt, atmen lässt. Dieser ist gleichzeitig das große Gemeinsame.