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15.03.2017

Idylle mit Autobahnanschluss

Siedlung von Stockwool Architects in Welwyn bei London


Wer Welwyn hört, denkt an die berühmte Gartenstadt, die Ebenezer Howard Anfang der Zwanzigerjahre gut 30 Kilometer nördlich der Londoner City gründete. Nur wenige Kilometer entfernt von Welwyn Garden City liegt wiederum das kleine Dorf Welwyn, das der Stadtneugründung den Namen gab. Hier entstand vor kurzem das Wohnprojekt Clock House Gardens von Stockwool Architects aus London. Das alles klingt im ersten Moment vor allem idyllisch, doch tatsächlich ist die Lage des Projekts mehr als heikel. Nur wenige Meter neben der Autobahn und mit einer entsprechenden Zufahrt direkt vor der Tür, werden Lärm und Abgase vermutlich nicht zu ignorieren sein.

Anderseits dürften passionierte Autofahrer und Pendler begeistert sein – und angesichts der Entfernung wird wohl mehr als einer der neuen Bewohner täglich zur Arbeit nach London pendeln. Auch der Name der Entwicklungsgesellschaft, für die die Architekten arbeiteten – Developing London – weist darauf hin, dass hier mit klarem Blick auf die britische Metropole gebaut wurde. Zielgruppe des Projekts – in dem sich nur 2- und 3-Zimmerwohnungen befinden – sind vor allem Singles, kinderlose Paare und junge Familien mit vergleichsweise schmalem Budget, für die in Welwyn sonst nur wenig Wohnraum existiert.

Entstanden ist eine Wohnhausgruppe mit insgesamt 50 Wohnungen in fünf zwei- und dreigeschossigen Bauten, die um einen länglichen Innenhof gruppiert wurden. Die Lage der Autobahn war dabei ebenso bestimmend für den Entwurf wie ein Wald auf der Rückseite des Grundstücks. In diesem Sinne versuchten die Architekten den Hof durch eine Häuserzeile weitgehend von den Emissionen des Verkehrs abzuschirmen und zugleich als halb-öffentlichen Raum zu stärken. Die Materialien der Häuser spiegeln dies wider. Die Fassaden Richtung Autobahn wurden mit gelben Ziegeln verkleidet, an den übrigen Seiten dominiert meist Holz.

Gerade die zweigeschossige Zeile zur Autobahn hin kann als der gelungenste Teil des Projekts gelten. Mit der Kombination von Ziegeln und Holz, den flachen Pultdächern und den Versprüngen in der Fassade gelang den Architekten hier eine interessante Lösung, die absolut zeitgemäß wirkt und zugleich an die Traditionen der britische Nachkriegsarchitektur denken lässt. Die klaren, dreigeschossigen Holzkuben mit ihren dunkeln vertikalen Fenstereinschnitten fallen demgegenüber ein wenig ab, was aber der Gesamtanlage keinen Abbruch tut. (gh)

Fotos: Morley von Sternberg


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