Wasserhäuser in der Hafencity
Shigeru Ban gewinnt Wettbewerb in Hamburg
Neben Rem Koolhaas und Herzog/de Meuron wird mit Shigeru Ban (Tokio/Paris) ein weiterer renommierter Architekt in der Hamburger Hafencity bauen. Das ist das Ergebnis eines Wettbewerbs, der im Dezember entschieden wurde.
Das Quartier Baakenhafen geht als letztes östliches Teilstück der Hafencity in die Entwicklung. Rund um den historischen Hafen sollen hier Wohnen und Arbeiten an der Elbe ermöglicht werden. Im Zentrum sind sechs Wohntürme geplant, die auf Stelzen im Hafenbecken stehen. Zu dem Wettbewerb für diese Türme hatte die Hafencity sechs Architekturbüros eingeladen. Folgende Preise wurden vergeben:
- 1. Preis: Shigeru Ban Architects Europe, Paris
- 2. Preis: Studio Gang Architects, Chicago
- 3. Preis: Szyszkowitz-Kowalski + Partner ZT GmbH, Graz
Zudem waren geladen:
- GRAFT Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin
- Hadi Teherani Architects, Hamburg
Der Siegerentwurf von Shigeru Ban überzeugte mit seiner filigranen Fassadengestaltung, variierend aus Beton, Holz und Stahl. Das „Zusammenspiel aus innerem Funktionskonzept und äußerer Erscheinung“ wird von der Jury als positiv hervorgehoben. Die Maisonettewohnungen werden kunstvoll in die quaderförmigen Gebäudehüllen eingeschachtelt und sind von außen über ein- und zweigeschossige Balkone und Loggien ablesbar. Das Gebäudeensemble ist mit leichten Stegkonstruktionen im Erdgeschoss verbunden, die an Promenade und Bootsstege anbinden.
Ins Auge fällt die ungewönliche und einprägsame Form der „Hafengärten“ von Studio Gang. Der zweitplatzierte Entwurf nimmt die Form einer abstrahierten Blüte auf.
Der dritte Preis von Szyszkowitz-Kowalski inszeniert das Thema „Wasserhäuser“ mit hoch aufgestelzten Gebäudevolumen. „Auf filigranem Gerüst entwickelt sich eine poetische Gebäudestruktur, die erst weit oberhalb der Wasserlinie zu einer kompakten Kubatur wird.“
Alle drei Preise erscheinen der Jury als realisierungswürdig, deshalb soll nun geprüft werden, ob eine Kombination verwirklicht werden kann.
Kommentieren
Ich muss mich mit dem Alltag eines Planungsbüros täglich seit zwei Jahrzehnten beschäftigen weil ich in meinem Unternehmen ca. 40 Architekten und Bauingenieure beschäftige und als Investor tätig bin. Übrigens eine sehr spannende und täglich neue Herausforderung. Was gesagt werden kann muss dann eben auch mal gesagt werden. Und bei den Projekten, die meine Firma mit hochgelobten externen Architekten durchführt ist es regelmäßig so, dass über Geld nicht nachgedacht wird. Das Problem liegt, und da stimme ich Peter Bär zu, an der Ausbildung bei der betriebswirtschaftliche Belange eben völlig unterrepräsentiert sind.
Der Architekt malt ja rein zur eigenen künstlerischen Erbauung bunte Bildchen und hat die ganze show. Das unternehmerische Risiko für sein Büro und seine Angestellten spielen ja eher eine untergeordnete Rolle. Vielleicht sollten Sie sich als Investor einmal intensiver mit dem Berufsaltag der von Ihnen beauftragten Architekten Befassen? Schaden kann's nicht und trüge vielleicht zum besseren gegenseitigen Verständnis bei.