Altern mit Aussicht
Seniorenwohnheim in Girona
Das Alter kann eine einsame Sache sein, weshalb das neue Seniorenwohnheim der katalanischen Stadt Girona geradezu einer Kommunikationsmaschine gleicht. Entworfen vom lokalen Büro Arcadi Pla arquitectes, liegt es in Hanglage etwas außerhalb der Stadt. Insgesamt 115 Wohnungen unterschiedlicher Größe konnten realisiert werden, während ein kleiner Park zum Lustwandeln einlädt.
Im Grundriss besteht das Gebäude aus zwei T-förmigen Gebäudetrakten, die, leicht versetzt und von unterschiedlicher Größe, entlang einer internen Erschließungsachse gespiegelt wurden. So entsteht ein verschachtelter Komplex mit mehreren Höfen und Außenbereichen, die dem Aufenthalt und der Gemeinschaft dienen sollen.
Auch die Erschließungswege des Wohnheims folgen dieser Idee des beiläufigen Zusammentreffens, in dem sie überbreit entweder als Laubengänge oder um Atrien herum organisiert wurden. Im Sockelgeschoss befinden sich außerdem weitere gemeinschaftlich orientierte Annehmlichkeiten wie ein Restaurant mit Bar, ein Fitnessstudio oder ein Konferenzraum.
Das Wohnheim gleicht also eher einem Hotel – ein Eindruck, der durch die spektakulären Ausblicke auf die mediterrane Landschaft noch verstärkt wird. Da das Gebäude außerdem in strenger Formensprache und mit großer farblicher Zurückhaltung ausgeführt wurde, lässt sich feststellen: Hier kann man den Lebensabend genießen, wo andere, zumindest Architekten, gerne Urlaub machen würden. (sb)
Fotos: Filippo Poli
Mal abgesehen von der Knastatmosphäre im Inneren.
Der Bau ist ein Extremstbeispiel für die funktionale Reduktion der Architektur auf den Menschen.
Ja, das ist für mich ein Beispiel absoluter Perversion der heute leider viel zu oft auf Funktionen reduzierten Architektur!
Mit tiefer Sorge frage ich mich: Was für ein Menschenbild hat dieser Architekt?
Unglaublich! Ich bin ja wirklich ein Freund von puristischen Details und reduzierter Architektur.
Aber diese Innenhof Tristesse erinnert doch eher an Amerikanische Gefängnisse ala Alcatraz.
Da bleibt einem echt die Spucke weg.
Hier möchte man weder leben noch Urlaub machen.