Schön vernünftig
Schulerweiterung von gmp in Hessen
Gestern China, heute Rimbach: Die Arbeit von gmp · Architekten von Gerkan, Marg und Partner umspannt nicht nur Kontinente, sondern auch Welten. Wie gut gelingt der gewaltige Sprung vom internationalen Parkett in die hessische Provinz? Bei der Sanierung und Erweiterung der angesehenen Martin-Luther-Schule zeigt das Hamburger Büro, dass Zurückhaltung noch immer zu seinen Tugenden zählt. Den Wettbewerb hatten gmp bereits 2009 gewonnen.
Die Entwurfsverantwortlichen Volkwin Marg und Hubert Nienhoff vervollständigen zusammen mit Veit Lieneweg und Kristian Spencker die Bestandsbauten zu einer gestaffelten Anlage. Die beiden Neubauten sind dabei, anders als die Altbauten, um Höfe herum organisiert. Am Schnittpunkt der beiden Volumen befindet sich der neue Haupteingang der Schule, dessen Vorplatz zur städtebaulichen Integration des Ensembles beiträgt. Der Innenhof des größeren Gebäudeteils ist zweiseitig geöffnet, was eine unmittelbare Verbindung zum dahinterliegenden Landschaftsraum ermöglicht.
Der große Hof bildet zugleich den Mittelpunkt des Schullebens, hier befinden sich im Erdgeschoss die Mensa und der Ganztagesbereich, während im Obergeschoss unter anderem die Sporthalle zu finden ist. Die Mensa kann für größere Veranstaltungen mit weiteren Räumen zusammengeschaltet werden. Der kleinere der beiden neuen Baukörper dient dagegen als „Verteiler“, der auch einen Übergang zum Bestand erlaubt. Hier befinden sich außerdem die Fachbereiche Kunst und Musik, die angesichts des musischen Schwerpunkts der Schule eine besonders wichtige Rolle spielen.
Im Außenraum gibt sich die Erweiterung kontrastreich, aber farblich stark reduziert – die helle Putzfassade wird durch dunkelgraue Fensterbänder strukturiert. Im Inneren orientiere sich das Farbkonzept dagegen an den erdigen Rot- und Brauntönen der regionalen Architektur, so gmp. Insgesamt also ein durch und durch angemessenes Projekt – dem etwas mehr globaler Glamour vielleicht gar nicht geschadet hätte. (sb)
Fotos: Marcus Bredt
MfG,
der dude
und evtl. in Revit als halbautomatisiertes Tool.
es wird keine preise gewinnen, keiner wird drüber reden, aber immerhin, in der schule meiner söhne gab's schwerverletzte wegen einstürzender fenster,
es gibt asbest und tote tiere in der zwischendecke.
das mag nicht deutschland sein, aber berlin.
wir würden wohl trotzdem gerne tauschen.
der kleinste gemeinsame nenner. das ist deutschland anno 2015. pragmatismus pur, aber gestaltung? wenn das das vorbild für unsere zukünftige generation sein soll, tut mir diese generation ziemlich leid.
vernünftig wäre anders. mehr ideen, mehr mut, mehr material und haptik - das schafft räume, die man auch in 20 jahren noch gern anschaut oder ggf. auch gern saniert. das hier ist so langweilig, dass als nächstes die graffiti-kunst bemüht wird, um die bude zu erheitern, und mittelfristig kommt der abrissbagger, sobald die haustechnik in 30-40 jahren fertig ist.
und womöglich hat es noch ein dgnb-zertifikat in silbergold.
sorry, aber gmp kann mehr (zumindest in china)!