Zweisprachig, zweigeschossig, zweiteilig
Schulerweiterung in der Schweiz von Dolmus
Die Gemeinde Evilard (deutsch: Leubringen) in der Schweiz liegt in der Nähe von Biel und gehört mit ihren mehr als 2.500 Einwohnern zu den echt zweisprachigen Gemeinden im Kanton Bern. Demenstprechend wird in der örtlichen Primarschule auf Deutsch und Französisch unterrichtet. 2013 wurde ein offener Realisierungswettbewerb für die Schulerweiterung ausgelobt, in der zusätzliche Klassenräume und eine Tagesschule untergebracht werden sollten. Aus den 19 eingereichten Arbeiten wählte die Jury den Entwurf penny lane von Dolmus Architekten (Luzern) einstimmig zum Sieger. Heute wird in dem Neubau bereits unterrichtet.
Das Bestandsgebäude wurde 1951 erbaut und seither mehrmals erweitert und umstrukturiert. Die Erweiterung von dolmus Architekten sieht nun einen eigenständigen Baukörper vor, der sich stark auf die bestehende, leicht geknickte Anlage bezieht und – wie die Architekten selbst schreiben – geradezu aus dem Altbau heraus entwickelt wurde. Der zweigeschossige, streng gestreckte Neubau wurde an die Rückseite des Bestandsgebäudes gesetzt, so dass zwischen den beiden Teilen ein Außenraum enstand. Drei Raumbrücken verbinden die zwei Flügel.
Im Erdgeschoss der Erweiterung befinden sich die flexibel aufteilbaren Räume der Tagesschule und der Mehrzweckraum mit den Nebenräumen. Im Obergeschoss sind die zusätzlichen Klassenzimmer untergebracht. Alle Räume werden beidseitig durch große Fenster belichtet und profitieren dadurch von optimalen Lichtverhältnissen. Dank der Brücken im Obergeschoss funktioniert die Schule als ein einheitlicher Organismus.
Das gesamte Schulhaus zeigt sich nach dem Eingriff als ein einheitliches Ensemble, wozu das architektonische Erscheinungsbild des Neubaus und die Weiterführung der Dachgestaltung maßgeblich beitragen. Außerdem nimmt der kompakte Schulanbau bereits Rücksicht auf mögliche zukünftige Erweiterungsbauten. (mg)
Fotos: Aytac Pekdemir, Rolf Siegenthaler
die westdeutschen dauerdekonstruierer können mit einer klaren architektursprache nichts anfangen. die müssen sich immer selbst überholen und merken nicht, dass ihre seifenblasen mit architektur nichts mehr zu tun haben.
das schulhaus ist robust und stark und wird in 50 jahren besser dastehen als die hohlen kopfgeburten der teutonischen kritiker
mein fall ist die fassade auch nicht ganz, aber eher, weil sie irgendwo unentschieden zwischen "brutal" und "lieblich" bleibt. die glatte, lasierte oberfläche und die im ganzen recht brave architektursprache will nicht so ganz zum rauhen, brutalen bild der standard-stahlrahmenschalung passen.
und ja, das mit den um ca. 5 cm springenden fenstersturzhöhen ist aus meiner sicht schweizer subtilität.
Danke dafür.