Lernhaus im Würmtal
Schulerweiterung in Planegg von hirner & riehl architekten
Mit dem steten Bevölkerungswachstum im Würmtal südwestlich von München steigt auch der Bedarf an Schulplätzen. Das Feodor-Lynen-Gymnasium in Planegg, das mehrere Gemeinden bedient, erwartete bereits seit langem für das aktuelle Schuljahr mehr als 1.100 Schülerinnen und Schüler. Damit näherte man sich der Kapazitätsgrenze der seit 1980 bestehenden Schule.
Vor diesem Hintergrund beauftragte die Kommune, vertreten durch den Zweckverband Staatliches Gymnasium im Würmtal, das Münchner Büro hirner & riehl architekten mit einem Erweiterungsgebäude für die vierzügige Mittelstufe. 2022 starteten die Bauarbeiten, im Frühjahr 2025 konnte das Haus übergeben werden. In den Neubau mit rund 3.100 Quadratmetern Bruttogrundfläche wurden 14 Millionen Euro investiert.
Der quaderförmige Baukörper mit einem Unter- und drei Obergeschossen wurde im Nordwesten des Schulgeländes an der Landschaftskante zu einem angrenzenden Park platziert. Er nimmt zwölf Klassenzimmer, eine Aula sowie weitere Unterrichts- und Funktionsräume auf. Wie die Architekt*innen mitteilen, sei es gelungen, die Erschließungsflächen fast vollständig als Aufenthaltsräume zu nutzen.
Während im Erdgeschoss Aula, Computerraum, Lehrerstation, Räume der Oberstufenbetreuung sowie Sanitärräume unterkommen, sind die beiden Obergeschosse nach dem an Münchner Schulen entwickelten Lernhauskonzept organisiert. Im Sinne einer Clusterschule gruppieren sich dabei kleinere Lerneinheiten um einen zentralen Raum. In Planegg verfügen die windmühlenartig angeordneten Unterrichtsräume über Sichtbeziehungen zu diesem mittigen Bereich, der mit kompakten Sitzelementen ausgestattet wurde.
Konstruktiv handelt es sich um einen massiven Holzbau aus vorgefertigten Elementen, die auf einem Stahlbeton-Untergeschoss montiert wurden. Die Wände bestehen aus Brettsperrholz, die Decken aus leimfreien Brettstapelholz im Beton-Verbund, das Dach wiederum aus reinen Brettstapel-Elementen. Circa 900 Kubikmeter heimisches Nadelholz wurden verbaut.
Die hinterlüftete Fassade der beiden Obergeschosse charakterisiert eine vertikale Boden-Deckel-Schalung, wobei man die Bodenschalung aus Tanne grün lasieren ließ. Im Kontrast dazu ist das Erdgeschoss mit mineralischen Werkstoffplatten verkleidet, um laut Architekt*innen Vandalismus standzuhalten. In den Innenräumen blieben die Oberflächen weitgehend unbeschichtet, um ein angenehmes Raumklima, eine warme Atmosphäre und eine gute Recyclingfähigkeit zu gewährleisten. (da)
- Fertigstellung:
- 2025
- Architektur und Brandschutz:
- hirner & riehl architekten (Matthias Marschner, Susanne Reith, Julia Bawej, Philipp Brodbeck)
- Statik:
- m4 Ingenieure
- Landschaftsarchitektur:
- lab landschaftsarchitektur brenner
- Elektro:
- Ingenieurbüro Knab
- Wärmeschutz, Energie, Akustik:
- Kurz und Fischer Beratende Ingenieure
- Bauherrschaft:
- Gemeinde Planegg
- Fläche:
- 3.180 m² Bruttogrundfläche
- Baukosten:
- 14.000.000 €







