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29.02.2024

Korsisch inspiriert

Schule in der Provence von Amelia Tavella


Größere Schulanlagen dürften in Architekturmedien überproportional vertreten sein. Wenn es nur um ein paar Klassenzimmer geht, lohnen sich räumlich spannende, pädagogische Konzepte schließlich nur bedingt. Kleine Dorfschulen haben es deshalb schwerer im Wettstreit um Aufmerksamkeit. Die Architektin Amelia Tavella zeigt nun im südfranzösischen Cabriès, dass dem nicht so sein muss.

Amelia Tavella arbeitet in Aix-en-Provence, stammt ursprünglich jedoch aus Korsika. Die markante Landschaft der Insel habe sie geprägt, so Tavella. Man könne dort nicht gegen die Natur agieren, sondern müsse sich ihr unterordnen. Das Bauen erfordere deshalb eine gewisse Bescheidenheit. Und selbst wenn man solchen mystizistischen Formeln nicht folgt, so muss man doch anerkennen, dass sie für den Schulbau in Cabriès kein schlechtes Leitmotiv waren.

Die kleine Gemeinde liegt nur wenige Kilometer nördlich des Großraums von Marseille auf halbem Weg nach Aix-en-Provence. Die Landschaft ist hier zwar ziemlich menschengemacht, aber die alten steinernen Häuser, die sich den Hügel hinaufziehen, lassen an eine schroffe Felsformation denken. Am Fuße dieses Hügels schmiegt sich der zweigeschossige Schul- und Kindergartenbau als langgezogenes, mehrfach geknicktes Gebäude in die Topografie. Vom Ort aus ist primär ein begrüntes Dach zu sehen. Aus Richtung des Spielhofs, für den eine Straße gesperrt wurde, zeigt sich die Stahlbetonkonstruktion hingegen mit einer Fassade aus Naturstein.

Das Erdgeschoss ist primär dem Kindergarten vorbehalten. Sechs Gruppenräume mit direktem Außenraumbezug stehen zur Verfügung, während drei Ruhebereiche im hinteren Bereich teilweise in den Hang geschoben wurden. Weitere Spielräume, eine auch extern nutzbare Sporthalle, zwei nach Alter getrennte Kantinen sowie Büros für die Verwaltung vervollständigen den Grundriss. Die größtenteils gläserne Fassade spring dabei etwas zurück, was zur Verschattung beiträgt.

Die Grundschule im Obergeschoss erreicht man entweder über den vorgelagerten Schulhof oder über eine rückwärtig gelegene Terrassenanlage. Aus dem Erdgeschoss führt eine zweiläufige Treppe zu den Klassenzimmern. Auch eine kleine Bibliothek, einen Spielraum und einen Aufenthaltsbereich gibt es. Im Gegensatz zum größtenteils transparenten Erdgeschoss hat Tavella hier die exponierteren Fensterbänder hinter steinernen Pfosten versteckt. (sb)

Fotos: Thibaut Dini


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