Dreimal hinterm Holzgitter
Schule in Tallinn von Arhitekt Must
Wie schon in unserem letzten Themenpaket erwähnt, findet momentan die Architekturbiennale in Tallinn statt. Dabei dreht sich alles um den Einsatz lokaler Ressourcen und Bauweisen. Mitten in diesem Kontext glänzt ein neues Gebäude, das dem Thema wohl mehr als gerecht wird: Das Tallinna Pelgulinna Riigigümnaasium, entworfen vom ortsansässigen Büro Arhitekt Must. Die Schule bezeichnet sich als größtes Holzbauwerk Estlands und geht auf einen Wettbewerb 2020 zurück, den das Ministerium für Bildung und Forschung ausgelobt hatte. Finanziert wurde das Projekt durch Mittel des estnischen Staatshaushalts sowie des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.
Der Komplex liegt im Westen der Stadt, eingebettet zwischen urbanen Strukturen und dem weitläufigen Waldgebiet Merimets. Die Architektur folgt einem klaren Konzept: Drei ineinandergreifende, quadratische Baukörper stufen sich nach Süden hin ab. Das Innenleben der Schule kombiniert offene, teils doppelgeschossige Flächen mit geschlossenen Räumen, was verschiedene Lehr- und Lernformen unterstützt. Im Zentrum steht eine breite Treppe mit Sitzstufen, die sich durch alle drei Stockwerke zieht und als Ort der Begegnung und Kommunikation dient, heißt es von den Architekt*innen. Das Gebäude bietet Platz für etwa 1.000 Schüler*innen und beherbergt neben den Klassenräumen eine Kantine, eine Bibliothek, Labore, Hörsäle sowie eine Sporthalle im südlichen Gebäudeteil.
Die Fassade charakterisiert das Erscheinungsbild der Schule. Ein Gitter aus übereinanderliegenden, orthogonal angeordneten Holzlatten lockert die durchaus wuchtigen Volumen auf und fungiert gleichzeitig als Sonnenschutz. Auch im Inneren wurde konsequent auf Holz gesetzt. Von den Wandverkleidungen über Treppengeländer bis hin zu Akustikpaneelen und Sitzmöbeln – das Material prägt die Atmosphäre. Der Außenbereich ist mit verschiedenen Turngeräten ausgestattet, die unter kleinen Pavillons angeordnet sind. Diese greifen die Gitterstruktur der Fassade auf. (gk)
Fotos: Tõnu Tunnel
du bist das sinnbild für die bekannte german-angst.
brandschutz: jetzt mal ehrlich, wovor hast du da angst, einfach nur "BRANDSCHUTZ!!11!1!!" rufen ist für mich oft auch eine ausrede seinen job nicht ernst zu nehmen und sich eine ausrede zu suchen langweilige projekte zu machen, damit man zuhause seine modelleisenbahn entspannt zusammenbauen kann /s
jetzt im ernst, was soll passieren? soll jemand mit meinem flammenwerfer auftauchen?
dann zum punkt haltbarkeit: was soll dort passieren, außer dass das holz sehr grau wird und sich die weiche zellouse raus wäscht und sich ein stärkeres relief abbildet?
den größten kritikpunkt sehe ich vielmehr in der unkontrollierbaren krümmungen einzelner pfosten, besonders die vertikal laufenden mit wenig fixpunkten.
liebe grüße
die innenräume hätten mich interessiert, aber davon bekommt man leider kaum etwas gezeigt. zum glück gibt es die homepage der architekten, auf der deutlich mehr zu sehen ist als hier. und ein paar andere schöne projekte sieht man dort auch - insgesamt auf einem baugestalterischen und entwurflichen niveau, bei dem die meisten von uns hier nicht ganz mithalten können.
Wenn man eine selbstkompostierende Fassade aus Holz wollte - dann so!
Wenn das an einer Hochschule als Entwurf eingereicht würde, bekommt der Studierende im Bewertungsbogen bei Brandschutz und Holzschutz eine glatte 5.
Es finden sich aber bestimmt genügend Sachverständige, die für den Zustand in 10 Jahren ein Schadensgutachten zu den frei bewitterten, horizontalen Hölzern machen. Und die Versicherung würde nach einem Brandereignis zu dem vermeidbaren Schadensausmaß beim Planerteam anklopfen.
Ob das Gebäude in 50 Jahren noch so dasteht? Nachhaltigkeit geht anders.