Foyer, Fanshop, Fußball
Richtfest für DFB-Museum in Dortmund
Beim Wettbewerb hatte es 2011 zunächst noch ein Unentschieden gegeben, später hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) dann den Entwurf von HPP (Büro Düsseldorf) ausgewählt. Heute ist nun das Richtfest für das Deutsche Fußballmuseum am Dortmunder Hauptbahnhof.
Die aufgeständerte und keilförmig eingeschnittene Box nimmt vor dem Eingangsbereich den Stadtraum auf und setzt diesen im Inneren in Form eines stützenfreien Raumkontinuums fort. Abgetragen werden die Lasten der Flachbalkendecke mit einer Spannweite von rund 25 Metern über bis zu zehn Meter hohe Betonstützen mit einem Durchmesser von lediglich 40 Zentimetern.
Die Kubatur leitet sich aus der Ausstellungskonzeption des Berliner Büros Triad ab. Foyer, Fanshop, Gastronomie und Wechselausstellung liegen im Erd- und Untergeschoss. Eine Rolltreppe erschließt das obere Niveau, das auf zwei Ebenen die Dauerausstellung aufnimmt.
Nach außen soll das Thema Fußball über eine perforierte, LED-hinterleuchtete Leichtmetallfassade kommuniziert werden. Die Verdichtung der gestanzten Felder soll dabei das Motiv des klassischen Fußballs visualisieren.
Die Fertigstellung des 7.700 Quadratmeter großen Fußballtempels ist für Mitte 2015 geplant.
Zum zweiten ist die merkwürdige Richtung, die das Objekt vorgibt, städtebaulich nicht gegeben. Es zeigt nicht, wie man annehmen könnte in Richtung Stadt, zu einem Platz oder stellt irgendwelche Blickbeziehungen her, sondern zeigt auf ein Abstandsgrün der ebenfalls misslungenen Bibliothek von Mario Botta.
Nein, die Stadt hat mehr verdient. Mit mutiger Architektur, signifikanter Formsprache und vertikalen Zeichen müsste sich die Stadt um eine Silhouette bemühen, die Sie derzeit nur fragmentarisch besitzt. Gerade an so markanter Stelle. Doch das Museum bleibt inhaltlich und formal höchst fragwürdig.
Wenn man diese Fragen geklärt hat, dann kann man sich auch um die Frage kümmern, ob Stützen nun ins Konzept passen oder nicht. Vorher gibt es aber noch viel zu tun!
Übrigens ist das Rendering Bild 8 eine dreiste Lüge. Es entsteht der Eindruck, dass links vor dem Gebäude ein neuer Platz geschaffen wird. Ein Blick auf dem Lageplan (und einer vor Ort) verrät, dass das Gebäude ganz anders positioniert ist. Und diesen Betrug zeigt man dann dem Bürger auf dem Bauschild... Soviel noch einmal zum rendern, und es ist noch nicht einmal Freitag...
Was haben wir hier? Eine leicht geshapete Kiste, die über einem Glasband "schweben" soll. Vom Prinzip her kennen wir dies vom Porsche-Museum in Stuttgart. Dort wurde unsinnig viel Stahl verbaut, zugegeben, aber der architektonische Ausdruck hält was die Idee verspricht.
Hier aber wird eine Kolonie kleiner Betonstützen unter den Körper gestellt. Mehr kann man seine eigene Entwurfsidee gar nicht ad absurdum führen!