Sichtbeton und Klinkerornamentik
Remisenumbau von Klaus Roth in Berlin
Wenn es in Berlin derzeit eine angesagte Bauform gibt, dann die Remise. In diesen einst im Hinterhof an der Grundstücksgrenze entstandenen Wirtschaftsgebäuden wird nämlich inzwischen gern gewohnt. So auch in Berlin-Pankow, wo der Berliner Architekt Klaus Roth für eine private Bauherrin im zweiten Hinterhof ein zweigeschossiges Ziegelbauwerk mit spitz zulaufendem Grundriss saniert und zu Wohnzwecken umgestaltet hat. Auf dem 417 Quadratmeter großen Grundstück entstanden 510 Quadratmeter Geschossfläche.
Die markante Ornamentik der Hauptfassade aus gelbem und rotem Backstein sanierte er denkmalgerecht. Das Gebäude wurde komplett entkernt und erhielt neue Stahlbetondecken auf allen Ebenen. Das um 60 Zentimeter tiefer gelegte Kellergeschoss ermöglicht nun eine Raumhöhe von 2,50 Metern. In die rückwärtige Brandwand wurden Fenster mit Brandschutz-Festverglasungen eingebaut. Durch ihre Ausrichtung nach Südwesten findet die Nachmittagssonne ihren Weg in das Wohn- und Schlafzimmer. Eine schmale Treppe entlang der Rückwand führt über ein dreiteiliges, elektrisch betriebenes Schiebefenster gekonnt auf die neu angelegte Dachterrasse hinauf. Sie ersetzt den bisherigen Aufgang, der die Raumfolge in den Augen der Planer blockierte.
Die langjährige Erfahrung des Büros von Klaus Roth im Umgang mit denkmalgeschützter Bausubstanz ist der sanierten Remise anzusehen: Die Estrichböden sind geschliffen und farblos versiegelt, das Sichtmauerwerk wurde sandgestrahlt und frisch verfugt. Die neu gefertigten Fenster in filigraner Stahlbauweise sind mit Isolierverglasung versehen. Bei den Innentüren mit Blockzargen kommt Lärchenholz zum Einsatz. Das Innere bestimmen ein in Beton gegossener Küchenblock und Einbaumöbel aus Stahl und schwarzem Holz – gegeizt wurde also nicht. (tl)
Fotos: Stefan Müller
ich finde das ist ein ganz wunderbares projekt!
und in meiner stadt vermutlich kaum realisierbar.
mangels eiern.
die braucht man aber dazu, und das ist hier sehr schön umgesetzt.
dieses rudimentäre, bruchstückhafte, ergänzte, das findest du in meiner stadt nur mehr an ganz wenig stellen.
in berlin an jeder ecke.
das finde ich sehr schön, und macht diese, eure stadt, liebe berlinerinnen und berliner so beneidenswert lebenswert.
also, passt drauf auf.
und macht so weiter....
p.s: im letzten jahr durfte ich in den sarottihöfen einige nächte zu gast sein.
auch das ist ganz einzigartig.
auch dieses projekt wäre vermutlich in münchen so nicht darzustellen gewesen.
Was ist mit Wärmeschutz? Konstruktive Aspekte (wie sind eigentlich die Betondecken im MW verankert?), Was hat der Spaß gekostet (natürlich inkl. Angabe der betroffenen Kostengruppen), Bauphysikalische Aspekte, usw....
Natürlich interessieren nicht irgendwelche konstruktiven Standards, aber die fast ausschließliche Fokussierung auf Optik, Raum und Oberflächen nährt den oft nicht ganz unberechtigten Vorwurf, dass der Architektenschaft für den Rest kein wirkliches Interesse hat.
Also ich finde doch. Und zwar an Kontrasten.
Zuviele glatte, kalte Flächen.
Die raue Substanz der Außenwände ist herrlich. Nur fehlt ihr der ergänzende Partner im Innenraum.
Vielleicht hat man sich zu sehr auf das Konzentriert was es einmal war - ein Wirtschaftsgebäude. So sieht es innen nämlich auch wieder aus.
Zum Text: Sind es tatsächlich "510 Quadratmeter Geschossfläche"?