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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Rehabilitationszentrum_in_Kopenhagen_fertig_2509055.html

02.04.2012

Origamidach

Rehabilitationszentrum in Kopenhagen fertig


Vor drei Jahren haben wir den Wettbewerbsgewinn gemeldet (siehe BauNetz-Meldung vom 15. Juni 2009), nun ist das Versorgungs- und Rehabilitationszentrum von Nord Architects in Kopenhagen fertig.

Der Entwurf verfolgt das Konzept der Maggie's Centres aus Großbritannien. Das Maggie Cancer Care Centre im schottischen Dundee war das erste seiner Art, entworfen von Frank Gehry (siehe dazu BauNetz-Meldung vom 14. Juni 2004). Die Idee dahinter ist, Versorgungszentren für Krebspatienten und deren Angehörige einzurichten, die stets in der Nähe von Krankenhäusern angesiedelt sind. Auch das neue Gebäude liegt auf dem Areal der Universitätsklinik (und zugleich nahe des Kopenhagener Stadtzentrums). Im Gegensatz zu den Hospitälern dienen diese Einrichtungen in erster Linie der Umsorgung und Hilfestellung durch Information und Rat. Sie sollen dem Patienten statt steriler Krankenhaus-Atmosphäre eine angenehme architektonische Umgebung bieten, die nicht an Krankheit, sondern an Heilung erinnert: eben Healing Architecture.

Der Entwurf des Zentrums in Kopenhagen gleicht in seiner Kontur einer Aneinanderreihung von Giebelseiten einzelner Satteldachhäuser. Die Architekten beschreiben ihren Entwurf als neuartige Gebäudetypologie, die zwischen einem Einfamilienhaus und einem Institutsgebäude einzuordnen sei. Die Giebel jedes Bauteils sind unterschiedlich geformt und erzeugen dadurch eine unregelmäßige Dachlandschaft. Die Architekten vergleichen sie mit Origami-Faltungen; sie sind das charakteristische Element des Ensembles. Im Zentrum des nach innen holzverkleideten Gebäudes liegt ein offener Innenhof, zu dem sich die Balkone im ersten Stock orientieren.

Betritt man das Gebäude, gelangt man in eine komfortable loungeartige Eingangszone. Von hier aus erreicht man die anderen Bereiche des Hauses wie den ruhigen Innenhof, Trainingsräume, eine Gemeinschaftsküche, Gruppenräume und die Patientenzimmer. Die Zimmer sind wie Privaträume eingerichtet, um den Patienten während der Rehabilitationsphase das Gefühl von Zuhause zu geben.

Die kleinen Häuser, die zu einem Komplex zusammengefasst sind, bieten den notwendigen Raum für eine moderne Gesundheitsversorgung, ohne den individuellen Maßstab der temporären Bewohner aus den Augen zu verlieren. Innen wie außen ist das Gebäude so angelegt, dass es die Wahrnehmung für Krebserkrankungen schärft, ohne dabei die Patienten zu stigmatisieren.


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