Umbau neu lernen
Reallabor in Gelsenkirchen eröffnet
Ein ehemaliges Wohn- und Geschäftshaus in Gelsenkirchen-Ückendorf zeigt, wie Reallabore in der Baubranche funktionieren können. Am 14. März 2024 eröffnete der Verein Baukultur NRW in dem abrissreifen Bestandsgebäude aus dem Jahr 1902 das UmBauLabor, das bis Ende 2026 Raum für einen Diskurs zum Thema nachhaltiges und kreislaufgerechtes Planen und Bauen bieten soll. Insbesondere geht es dabei um Strategien für den Erhalt und die Instandsetzung von Bestandsbauten.
Langfristig zielt das Projekt nicht auf die Sanierung des alten Gebäudes ab. Vielmehr soll es als Plattform und offener Treffpunkt dienen, den Dialog mit Akteur*innen aus Forschung, Praxis sowie Zivilgesellschaft fördern und zum Experimentieren mit verschiedenen Formen des Umbaus im Maßstab 1:1 hinsichtlich der Themen Material, Gebäude und Quartier einladen. Dafür stehen ein Materiallager, eine Werkstatt und ein Labor zur Verfügung, die von Initiativen und Hochschulen genutzt werden können.
Zur Auftaktveranstaltung diskutierten bereits rund 150 Interessierte unter dem Motto „Wie viel Wert steckt in diesem Haus?“. In einer Ausstellung präsentieren nun Studierende der TU Dortmund und der Hochschule Bochum noch bis zum 25. April 2024 Ergebnisse einer Recherche, in der sie Materialien und Konstruktion des Gebäudes sowie das Quartier und die nachbarschaftlichen Strukturen untersucht haben. Machbarkeitsstudien, kleine Entwürfe für Begegnungsorte und Begrünung, spielerische Apps und Fundstücke aus dem Haus vermitteln Ideen für eine behutsame Gebäude- und Quartiersentwicklung.
Ausstellung und Führungen durch das Haus: 21. März bis 25. April, immer donnerstags von 16 bis 19.30 Uhr
Ort: Bergmannstraße 23, 45886 Gelsenkirchen
Heutzutage sollte immer erst einmal das Potential festgestellt und dann nach Möglichkeit genutzt werden.
Und nebenbei der architektonische und städtebauliche Aspekt:
Das Haus ist jetzt nicht gerade eine Architektur-Ikone und wie üblich vernachlässigt und verbastelt (Preisfrage: Was ist schlimmer?!)
Die Frage ist dabei aber auch immer:
Was kommt dafür?
In der Regel ist - leider - das, was dafür kommt gestalterisch und auch hinsichtlich des gesellschaftlichen Nutzens nicht besser.
In Städten wie Gelsenkirchen ist nach meiner Kenntnis (ich bitte Fehleinschätzugnen zu berichtigen) zudem zu befürchten, dass mittelfristig gar nichts kommt. Und diese Zahnlücken in Blöcken führen häufig zu weiterer Erosion.
Mir fallen spontan einige Städte in Neufünfland mit diesem Schicksal ein. Irgendwann ist das Stadtgefüge einfach weg.
Also bitte: Kümmert Euch! Das wird ja wohl möglich sein, den Kasten mit vertretbaren Mitteln zu sanieren. Es gibt viele Menschen im Ruhrgebiet, die vielleicht auch mal in den Nachbarort ziehen, wenn die Preise stimmen. Habe ich selber 20 Jahre gemacht. Schließlich gibt es - im Gegensatz zu Neufünfland - Nahverkehr, der seinen Namen verdient. Und zur Not sehr viele Autobahnen...
Danke.