Plusenergie in Freiburg
Rathaus und Kita von ingenhoven architects
Ingenhoven architects (Düsseldorf) zählen zu den gefragtesten Büros, geht es um innovative Konzepte für klimagerechtes und nachhaltiges Bauen. Ihre grünen Architekturen erregen international Aufsehen, ob in Singapur oder in Freiburg im Breisgau. Hier konnten sie kürzlich einen Verwaltungspavillon des städtischen Rathauses durch das weltweit erste öffentliche Gebäude mit Netto-Plusenergie-Standard ersetzen.
Das Ensemble aus Rathaus mit Verwaltungszentrum und Kindertagessätte ist der erste Bauabschnitt einer umfassenden städtebaulichen Aufwertung des nordwestlich der Freiburger Altstadt gelegenen Bezirks Stühlinger. Künftig sollen hier die momentan an 16 verschiedenen Standorten in der ganzen Stadt verteilten 840 Mitarbeiter der Stadtverwaltung an einem gemeinsamen Ort zusammenkommen. Ingenhovens Konzept ging aus einem 2013 ausgeschriebenen internationalen Wettbewerb als Sieger hervor. Flache Hierarchien, Offenheit und Transparenz bestimmen ihren Entwurf, der aus ovalen, sich in den Grünraum zwischen Eschholzpark und Universitätsklinikum einfügenden Solitären besteht.
Kita sowie das sechsstöckige Rathaus verfügen über Lärchenholzfassaden aus lokalem Bestand. Handelt es sich jedoch beim Hort um eine filigrane, vertikal vor den umlaufenden Laubengang gesetzte Holzstruktur, zeichnet sich beim Rathaus der hohe energietechnische Standard auch an der ausgetüftelten Gebäudehülle ab: Die eingedreht und auskragend montierten Fassadenmodule sind mit Photovoltaikzellen und hochwertiger Wärmedämmung ausgestattet.
In Kombination mit thermischen Saug- und Schluckbrunnen und Solarthermie mit Wärmepumpe sowie weiteren elektrischen Photovoltaikpaneelen auf dem Dach wird das Gebäude energetisch gespeist. Kühlung und Heizung werden mittels Erdwärme erzeugt. Die Heizung nutzt thermische Bauteilaktivierung und lässt sich für jedes Büro individuell regeln. Bauteilaktivierung, Heizkühlsegel, außenliegender Sonnenschutz, Dreifachverglasung und mechanische Grundlüftung mit Wärmerückgewinnung sowie in den Besucherbereichen ein Heiz- und Kühldeckensystem komplettieren das Raumklimakonzept.
Singapurs Marina One und das mehr Energie produzierende als verbrauchende, neue Freiburger Rathaus haben übrigens noch etwas gemeinsam: Sie sind beide für den DAM-Preis 2019 nominiert. (kms)
Fotos: HGEsch
Find ich ganz schön frech und anmaßend deinen Kommentar. Falls du hier öfter mal liest, wirst Du sehen das ich öfter mal schreibe. Ich bin das was da oben steht und keine PR Abteilung von irgendwem. Wenn man jetzt schon anmacht wird weil man was gut findet: Wir traurig ist so was denn.
@peter
Vielleicht magst Du sogar mit dem einen oder anderen Punkt recht haben, zumindest kann ich nachvollziehen was Du meinst, auch wenn ich hier und da anderer Meinung bin.
Aber: Deine erste zwei Sätze, bzgl. Troll-Abteilung finde ich unter aller Kanone!
Das es bzgl. Technik - Technikarm zwei Lager gibt ist ja bekannt. Da muss man keinesfalls so scharf um sich schießen.
Mal ehrlich Leute, zeigt mir doch mal ein Beispiel von einem Rathaus, Bürgerzentrum o.ä. in Deutschland was so schnicke und modern daher kommt. Ich warte und bin sehr gespannt.
Wie auch immer - das Haus ist sicher nicht ganz schlecht. Aber architektonisch innovativ? Hm, naja - eher nicht. Ich sehe geschossweise gestapelte Grundrisse, brav und ökonomisch angeordnet im Dreibund, das haben Sauerbruch-Hutton schon vor 20 Jahren so gemacht und im Neufert von vor 50 Jahren war es im Prinzip auch schon drin. Weiterhin sehe ich einen innen- und außenräumlich abwechslungsarmen, optisch massiven, schweren Baukörper, der mit Haustechnik vollgestopft ist (Lebensdauer? Wann muss die eigentlich ausgetauscht werden?) und architektonisch ähnlich plump daherkommt wie das unlängst hier publizierte Fußballstadion in Krasnodar von GMP. Der Innenhof ist abweisend und langweilig, sorry. Außenräumlich passiert gar nichts - es ist einfach ein monolithischer, allseitig gleicher Fladen irgendwo in der Stadt, etwas autistisch, ohne Bezug zu seiner Umgebung.
Und ob es am Ende ein Netto-Plus-Win-Win-Haus war, sehen wir, wenn es den Cradle-to Cradle-Zyklus einmal durchlaufen hat, falls denn alles, was mit dem Gebäude energetisch zusammenhängt, denn auch schön fein säuberlich protokolliert (und nicht nur simuliert) wird. Siehe Bild 37/37. Und wenn ich fiktiv eingesparte Kitabring- und Behördenwege schön mit in die Energiebilanz einbeziehe, kann ich ggf. alles mögliche zum Superdupernettojubelhaus hinrechnen.
Ob solchen Häusern wirklich die Zukunft gehört, wird die Zukunft schon zeigen. Einfach in 40 Jahren mal hinfahren und schauen, ob's a) noch dasteht und - wenn ja - b) der ganze Technikschnickschnack immer noch läuft. Denn die nachhaltigsten Häuser sind oft die mit einem Minimum an Technik und einem Maximum an architektonischer Qualität und Dauerhaftigkeit - beides Disziplinen, in denen das Freiburger Rathaus nicht besonders stark aufgestellt sein dürfte.
https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Schulneubau_in_Bochum_von_Hascher_Jehle_eroeffnet_3039531.html
Und leider schlecht geklaut...