Marmor All Over
REX bauen Theater am World Trade Centre
Ein Gebäude aus Marmor und Barbra Streisand als neue Vorsitzende: Keine Frage, die Stiftung für das neue Ronald O. Perelman Performing Arts Center, das bis 2020 am New Yorker World Trade Center entstehen soll, meint es ernst. Der Entwurf des Gebäudes stammt von REX, dem Büro des früheren OMA-Partners Joshua Prince-Ramus. Den Auftrag konnten sich die New Yorker bereits 2015 im Wettbewerb sichern.
Zugute kam Joshua Prince-Ramus sicherlich, dass er schon maßgeblich am Entwurf von OMAs Dee and Charles Wyly Theatre in Dallas beteiligt war, das er mit seinem damals neu gegründeten Büro auch fertigstellen durfte. Das Projekt in New York ist nun gewissermaßen die Edelvariante des eher technisch-utilitaristisch gestalteten Baus in Texas. Ebenso funktional, aber mit seiner Fassade aus Marmor ungleich wertiger.
Zur Verwendung kommt dabei derselbe Naturstein aus Vermont wie schon beim U.S. Supremecourt und beim Thomas Jefferson Memorial in Washington, D.C. – ganz offensichtlich will man sich auch mit diesem Projekt am Ground Zero zur amerikanischen Geschichte in Beziehung setzen. Wie bei Gordon Bunshafts Beinecke Library in New Haven sollen die Platten außerdem so dünn geschnitten werden, dass durch sie das Licht hindurch scheint.
Das Neubau wird insgesamt knapp 9.000 Quadratmeter umfassen und sich durch eine radikal flexible Raumstruktur auszeichnen. Die drei Theater mit insgesamt rund 850 Plätzen lassen sich dabei einzeln nutzen oder auch über Eck zusammenschalten. Mittig im Gebäude positioniert, entsteht außerdem umlaufend ein hoher Zugangsraum, der die transluzente Fassade effektvoll inszeniert.
Von außen gibt sich der geplante würfelförmige Neubau ansonsten geheimnisvoll verschlossen – auch das erinnert an die Beinecke Library. Als Zugang klappen die Architekten einfach eine der Ecken nach innen, eine angenehm zurückhaltende Geste angesichts der ansonsten eher „lauten“ Neubauten am World Trade Center. (sb)
Mehr Marble-Mania auch in der Baunetzwoche#375: Marmor - Das große Comeback
Insgesamt eine gelungene Arbeit, die Flexibilität zulässt und sich ansprechend in das Gefüge einbettet. Kann mich meinen Vorrednern nur anschließen, ein notwendiger und angebrachter Kontrast inmitten der umgebenden Stahlschlucht.
OK Ezio, wieder etwas gelernt - die "Renderkids" bringen jetzt einfach die Spielsachen ihrer Jugend mit. Aber gut, was solls - besser als noch mal irgendeine Calder-Skulptur da reinzubasteln...
New York hat sich nach 9/11 nicht gerade mit Ruhm bekleckert angesichts der kalten Stahl-Glas Gebilde die sort seitdem sprießen.
Um so erfrischender ist es eine sinnliche und fertige, der Materialität verschriebene Architektur an diesem Ort zu sehen.
Spannende Räume gibt es obendrauf. Einfach sehr sehr gut!
Endlich eine sinnliche Architektur inmitten der kalten Glaskolosse ringsum.
Ein herrlicher Kontrast und ein toller, schlauer Grundriss mit spannenden Raumfolgen.
Schön, dass New York sich was traut. Denn nach 9/11 wurde der Ort ja nicht gerade mit Vorzeigebauten neu besetzt...