Strukturellen Wandel gestalten
Preisträger*innen der Campus Masters 2025
Am 20. Februar 2026 kürte BauNetz CAMPUS im Deutschen Architektur Zentrum (DAZ) die Jahresgewinner*innen der Campus Masters 2025. Aus den 23 Projekten, die sich in den sechs Runden des Jahres 2025 durchsetzten, wählte die Jury drei Campus-Masters-Preisträger*innen. Unabhängig vom Maßstab liegt der Fokus aller Projekte auf Transformation und Erhalt.
Die fünfköpfige Jury, bestehend aus Pia Brückner (Supertype Group), Yvonne Kavermann (BauNetz Wissen), Regine Leibinger (Barkow Leibinger), Kilian Reuser (1. Platz des Jahreswettbewerbs 2024) und Julian Waning (Gira), kürte die Preisträger*innen:
- 1. Platz: Charlotte Dahmen und Marlene Koßmann von der Technischen Universität Berlin und der RWTH Aachen mit „Wo Wir Alt Werden“
- 2. Platz: Anna Wagner, Felix Schmidt, Lando Daut und Denise Dilje von der Bauhaus-Universität Weimar mit „Gemeinschaffende Infrastrukturen im ländlichen Raum“
- 3. Platz: Hanna Lindenberg-Kappmeyer und Isabel Grohe von der École Polytechnique Fédérale de Lausanne mit „PASS THIS ON“
Die Jury war sich einig: Der erste Platz ging an die Masterthesis „Wo Wir Alt Werden“ von Charlotte Dahmen und Marlene Koßmann. Das Projekt, betreut von Jan Kampshoff (Technische Universität Berlin) und Anne-Julchen Bernhardt (RWTH Aachen), untersuchte, wie innerstädtische Bestandsquartiere altersgerecht transformiert werden können und wie Menschen ein selbstständiges Leben jenseits des Pflegeheims führen können. Die Jury lobte die Arbeit für ihre Authentizität in These und Darstellung sowie den feinsinnigen Umgang mit räumlichen Situationen und Atmosphären.
Anna Wagner, Felix Schmidt, Lando Daut und Denise Dilje aus Weimar initiierten mit der Dorfwerkstatt in Gaberndorf einen gemeinschaftlichen Prozess zur Stärkung sozialer und räumlicher Infrastrukturen. Der Entwurf, betreut von Tim Simon-Meyer (Bauhaus-Universität Weimar), griff zu niedrigschwelligen Interventionen wie etwa einem Vordach an der Bushaltestelle und entwickelte daraus eine Vision gemeinschaftsstiftender Infrastrukturen. Die teilweise Umsetzung vor Ort verleihe dem Vorhaben Glaubwürdigkeit und zeige die Wirksamkeit kleiner Eingriffe, so die Jury.
Hanna Lindenberg-Kappmeyer und Isabel Grohe (École Polytechnique Fédérale de Lausanne) widmeten sich den Hinterlassenschaften des Kohleausstiegs in Deutschland. In drei Fallstudien entwarfen sie alternative Zukunftsszenarien: das behutsame Zerlegen eines Kraftwerks, die Wiederbelebung eines verlassenen Dorfs durch gemeinschaftliche Bodenmodelle und die Umwandlung einer Abbaufläche in ein Feuchtgebiet. Die Arbeit, betreut von Jo Taillieu und Charlotte Malterre-Barthes, überzeugte durch den Spagat zwischen Bildhaftigkeit und konkreten Handlungsanweisungen.
Der Preisverleihung folgte eine Diskussion unter dem Titel „Post New: Now What?“, bei der Nelli Fritzler (Rurbane Realitäten), Yvonne Kavermann (BauNetz Wissen), Florian Meissner (Preisträger der Campus Masters 2024), Tobias Schrammek (Supertype Group) und Jan Kampshoff (modulorbeat) mit den Preisträger*innen über die Rolle junger Architekt*innen zwischen Büroalltag, Engagement für den Erhalt und ökologischer Verantwortung sprachen.