In Schinkels Schatten
Präsentation der temporären Kunsthalle für den Schlossplatz in Berlin
Am 26. April findet um 22 Uhr im Säulengang des Alten Museums in Berlin eine öffentliche Präsentation der Pläne für eine temporäre Kunsthalle am Berliner Schlossplatz statt (BauNetz-Meldung zur Vorstellung des Bauvorhabens vom 23. Februar 2007).
Gezeigt werden dort Arbeiten der Künstler Franz Ackermann und Candice Breitz, die eine erste virtuelle Bespielung der Kunsthalle simulieren damit auf die Wirkungskraft des Entwurfs von Adolf Krischanitz verweisen wollen. Kurator dieser simulierten virtuellen Bespielung ist Gerald Matt von der Kunsthalle Wien.
Für eine temporäre Kunsthalle gebe es vom Berliner Senat deutlichen Rückenwind, so die Veranstalter. Der Entwurf von Adolf Krischanitz ermögliche es, „die Temporäre Kunsthalle Berlin auf dem Schlossplatz noch in diesem Jahr zu eröffnen“. „Dank des Engagements der Stiftung Zukunft Berlin sind die Kosten des Entwurfs von Adolf Krischanitz in Höhe von 850.000 Euro gesichert. Das Finanzierungskonzept steht“, heißt es weiter in der Pressemitteilung.
Neben der jetzt gezeigten Kunsthalle von Krischanitz, wird derzeit von der Zeitschrift Monopol ein weiteres Projekt für eine temporäre Ausstellungsarchitektur auf dem Berliner Schlossplatz lanciert, für das ein Entwurf des Berliner Büros Graft vorliegt.
Auch wenn wir uns auf einen Gestaltungskompetenzvorsprung gegenüber dem Durchschnittsbürger berufen können, so ist das doch auch in anderen "Expertensituationen" nicht anders. Ich möchte jedenfalls nicht meine (spärlichen) demokratischen Rechte in der Wirtschaftspolitik zugunsten eines (wieauchimmer gearteten) Expertengremiums aufgeben. Vielmehr scheint es ein Grundproblem dieser Tage zu sein, unsere Expertenmeinungen innerhalb der Demokratie erfolgreich zu kommunizieren. Es unterwerfen sich ja auch genügend Kollegen sichtbar distanzlos den Zwängen des Marktes und den Wünschen von Investoren (wenn sie nur gut bezahlt werden).
In solchen Fällen von starkem öffentlichen Interesse scheint es mir unsere dringlichste Aufgabe zu sein, unsere Stimmen eben innerhalb des (hoffentlich) demokratischen Meinungsbildungsprozesses zu erheben, als sich einmal mehr zum gemeinsamen Kopschütteln über die Ansichten, Wünsche und Träume von Lieschen Müller und Otto Normalverbraucher in vermeintlich elitäre Zirkel zurückzuziehen.
Was zeitgenössische Architektur braucht ist die Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Veränderungen unserer Zeit; Weit mehr als Diskussionen um "stilistische Verbildungen" der Bevölkerung und verharren in - woherauchimmer - tradierten Formaldiskursen.