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20.03.2024

Runde Sache

Polizeiwache von Architectuur in Antwerpen


Der Stadtteil Linkeroever in Antwerpen liegt, wie der Name schon sagt, am linken Ufer der Schelde, gegenüber der Altstadt. Das Gebiet wurde erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts in die Stadt eingemeindet und sukzessive bebaut, vor allem mit großformatigen Hochhäusern und Wohnriegeln des sozialen Wohnungsbaus. Am westlichen Rand des Viertels entstanden auch eine Polizei- und eine Feuerwache, die zunächst beide in einem Gebäude aus den 1970er Jahren untergebracht waren. Dieser Bestand war dringend sanierungsbedürftig, darüber hinaus kam die Idee auf, Polizei und Feuerwehr voneinander zu trennen. Ein Teil des Altbaus wurde daher abgerissen und der verbliebene Teil für die Feuerwehr saniert. Daneben entstand ein Neubau für die Polizei nach einem Entwurf von Bovenbouw Architectuur (Antwerpen).

„Wir wollten das Gebäude robust und transparent zugleich gestalten“, erklären die Architekt*innen in ihrer Projektbeschreibung. Trotz eines eher übersichtlichen Raumprogramms sollte der Neubau außerdem eine erkennbare Adresse für die Polizei bilden. Das Volumen steigt daher von hinten nach vorne unter einem Pultdach an, sodass es straßenseitig deutlich größer wirkt und damit auch selbstbewusst die Lücke zwischen Feuerwache und einem Gewerbebau ausfüllt. Die Straßenfassade in grauen Backsteinfeldern bleibt weitgehend geschlossen. Umso klarer treten das große Fenster vor dem zweigeschossigen Foyer und der in den Baukörper eingeschnittene Eingang hervor.

Im Inneren wirkt das Haus überraschend luftig. Die Architekt*innen sortierten die verschiedenen Funktionen in drei Kerne, zwischen die sie ein offenes, geschwungenes Treppenhaus einfügten. Zur Straße nach Osten liegt die zweigeschossige Eingangs- und Informationshalle. Am rückseitigen Hof befindet sich ein Großraumbüro, das ebenfalls durch eine große Fensterfront nach draußen schaut. Zudem schmiegt sich eine Galerieebene unter das ansteigende Pultdach. Zwischen diesen beiden großen Räumen sind kleinere Büro- und Arbeitsräume angeordnet. Im Obergeschoss gibt es in diesem Bereich einen großen Besprechungsraum, eine Teeküche und einen kleinen, geschützten Atriumhof als Pausenraum. Der dritte Kern ist zweigeschossig, hier befinden sich Toiletten, Duschen und Umkleiden, Verhör- und Nebenräume. Auf der Rückseite liegt neben dem Parkplatz ein eigener schmaler, begrünter Hof. 

Auffällig ist, dass der Baukörper von den Architekt*innen ausschließlich mit geschwungenen Ecken gestaltet wurde. Das verhindert gerade noch, dass der graue Backsteinblock mit seinen betont schweren Betonstürzen eine allzu große Massivität entwickelt. Das Innere wird durch ein Farbkonzept ergänzt, das von knallblauen Brüstungsgeländern über orangene Lichtleisten bis zu dunkel- und hellbraunen Holzzwischenwänden reicht. Ziel sei gewesen, so Bovenbouw, in dem Gebäude trotz aller funktionsbedingten Sicherheitsaspekte räumliche Voraussetzungen für eine aufgelockerte Arbeitsatmosphäre zu schaffen – eine Polizeistation, die zugleich sicher und einladend wirkt. (fh)

Fotos: Filip Dujardin



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