Vom Mehrwert der Architektur
Podiumsdiskussion in München
Der Bauträger Euroboden initiiert in München ein Gespräch „über die gesellschaftliche Relevanz von Architektur im urbanen Kontext“. Darin geht es „um die soziokulturelle Verantwortung von Architekten und Immobilienwirtschaft“. Titel: „Mehr als nur ein Dach über dem Kopf – Vom gesellschaftlichen Mehrwert der Architektur“.
Im Vorhoelzer-Forum der TU München treffen sich unter anderem der Generalkommissar des diesjährigen deutschen Beitrags der Architektur-Biennale in Venedig, Muck Petzet, der Architekt des Projekts Arcisstraße 57, Claus Schuh, der im Genossenschaftsbau engagierte Architekt Rainer Hofmann (bogevischs buero), die ehemalige Stadtbaurätin Münchens, Christiane Thalgott, und der Journalist Oliver Herwig. Die Außenperspektive auf die Münchner Architekturlandschaft liefert der Berliner Architekt Jürgen Mayer H. Es moderiert Andres Lepik, künftiger Leiter des Architekturmuseums München.
Der Veranstalter führt ein: „Nach der Stadtflucht in die naturnahe Peripherie scheint nun der Trend in entgegengesetzte Richtung zu verlaufen. Eine urbane Verdichtung ist die Folge, Wohnraum für alle wird immer knapper. Wer übernimmt die Verantwortung für eine identitätsstiftende, kontextbezogene Architektur, die sich mit dem Ort auseinandersetzt, und nicht nur individuelle Bedürfnisse aufgreift? Wie kann das Interessengeflecht von Stadt, privatem Bauherrn und Architekten in Einklang gebracht werden, um langfristig einen Beitrag zur Stärkung einer städtebaulichen Planungskultur zu leisten?“
Termin: Donnerstag, 13. September 2012, 19 Uhr
Ort: Vorhoelzer-Forum der TU München, Arcisstraße 21, Raum 5170, 80333 München
Die Veranstaltung ist bereits ausgebucht!
Und das geht so:
Der Kunstdiskurs stellt die soziale Frage nur als Unterhaltungsmittel. Soziale Veränderungen lieber nicht, darüber reden aber ja, macht eben einen guten Eindruck.
Oder so geht´s auch: Architekten bauen sich ein EFH in Mitte und verdrängen damit ein MFH mit 24 Wohnungen. Irgendwann schnappen sie das Thema Ausgrenzung auf und schreiben dagegen öffentliche Briefe. Und dann: (klingt ja auch immer gut) besetzen sie auch noch das Thema "Baukosten sparen" mit Sichtbeton (man spart die Tapete). Das teure Mittegrundstück und1000qm Wohnfläche müssen ja auch kompensiert werden.
Ist das jetzt zynisch?
Wohl ja, aber es ist die Realität.
es ist dann natürlich schön in einen diskurs einzutreten, der das image verbessert und den projekten eine gewisse gesellschaftliche relevanz geben soll, aber das ist nun einmal nicht so.
PR eben...nicht mehr. investor sponsort die häppchen, architekten stellen sich dar, studenten buchen die sitzplätze aus. relevanz nicht erkennbar.
Ich finde es aber verstörend wenn ein Unternehmen wie Euroboden den Dialog zu Themen wie "gesellschaftlichen Mehrwert" und "Planungskultur" im (stadt)gemeinschaftlichen Kontext fördert - ein Thema das uns womöglich alle betrifft.
Im Gegensatz dazu besticht Euroboden dann aber leider durch Planungskultur für die sogenannten "oberen 10.000" der Stadtbewohner.
Das passt nicht zusammen! Oder doch?
Ich hoffe es werden die richtigen Fragen gestellt und das eindeutige Portfolio der Fa. Euroboden kontrovers diskutiert!