RSS NEWSLETTER

https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-People-s_Pavilion_von_bureau_SLA_und_Overtreders_W_5371099.html

11.04.2018

Kleines Haus auf Pump

People’s Pavilion von bureau SLA und Overtreders W


People’s Pavilion war der Name eines der Festivalzentren der vergangenen Dutch Design Week in Eindhoven. Das besondere an dem Bau der niederländischen Architekturbüros bureau SLA und Overtreders W: Er wurde vollständig aus geliehenen Materialien erbaut.

Die wachsende Eventisierung aller kulturellen Bereiche prägt auch die Design- und Architekturszene: Auf Festivals, Designweeks und Biennalen trifft man sich im physischen Raum, diskutiert und experimentiert, referiert und inszeniert die unterschiedlichsten Themen rund ums Bauen und Gestalten. Nicht nur, dass die meisten Teilnehmer per Flugzeug anreisen, es wird auch jede Menge Material für Ausstellungen, Inszenierungen und kleine Architekturen verbaut. Wird dann auf diesen Events über Nachhaltigkeit gesprochen, kommen manche zurecht ins Zweifeln: Wohin mit dem temporär verbauten Material? Diese Frage stellten sich auch die Architekten von bureau SLA und Overtreders W als sie für die Dutch Design Week in Eindhoven einen Pavillon entwarfen. Er kam nur eine Woche – vom 21. bis 29. Oktober 2017 – zum Einsatz.

Ihr Plan: ein demontierbares und wiederverwendbares Gebäude aus geborgten Materialien. Das hieß: keine Schrauben, Leim, Bohrer und Sägen, damit die Elemente nicht beschädigt werden. Die Materialien kamen nicht nur von traditionellen Lieferanten und Herstellern, sondern auch von Bewohnern der Stadt: Beton und Holzbalken, Beleuchtung, Fassadenelemente, recycelte Plastikverkleidung, sogar das Glasdach des Pavillons gingen nach der Dutch Design Week an die Leihgeber zurück. Auch die auffälligen farbigen Fassadenfliesen, die aus Kunststoffabfällen hergestellt wurden und an die Fassade des Workshop und das Buchcover von Assemble erinnern. Sie gab man den Eindhovenern, die den Abfall gesammelt hatten.

Wer den Umriss des Pavillons aus der Vogelperspektive betrachtet, erkennt die Kreuzform wie einen Marker auf einer Schatzkarte. In der Mitte stand ein Podium aus geliehenen Betonplatten, in den anderen Bereichen waren Sitzmöglichkeiten und eine Bar untergebracht. Während der obere Teil der Fassade durch das farbige Spiel der Kunststoffschuppen die Blicke auf sich zog, erlaubte der vollständig verglaste Bereich im Erdgeschoss Einblicke in das Treiben im Inneren.

Die Glasfassade im Erdgeschoss war ein Überbleibsel aus der Sanierung der BOL.com-Zentrale und wurde nach der Dutch Design Week für neue Büroräume genutzt. Die Basis der Pavillon-Konstruktion bildeten 12 Betonpfeiler und 19 Holzrahmen, entworfen in Zusammenarbeit mit Arup. Die Rahmen bestanden aus Holzbalken, die mit Stahlbändern zusammengehalten wurden. Betonpfähle und -zargen waren mit 350 Spanngurten verbunden und schufen so eine acht Meter hohe Grundstruktur für das 250 Quadratmeter große Gebäude. (as)

Fotograf: Filip Dujardin


Zum Thema:

BaunetzWOCHE #489 "Recycling im Kollektiv: Bausteine, Bruchteile und zahllose Hände"
BaunetzWOCHE #220 "Recycling-Architektur / Architektur-Recycling"



Kommentare:
Kommentare (3) lesen / Meldung kommentieren

Temporäre Recycling-Architektur: Der People's Pavilion von bureau SLA und Overtreders W.

Temporäre Recycling-Architektur: Der People's Pavilion von bureau SLA und Overtreders W.

Zur Dutch Design Week in Eindhoven 2017 diente er als Raum für Vorträge und Diskussionen.

Zur Dutch Design Week in Eindhoven 2017 diente er als Raum für Vorträge und Diskussionen.

Sämtliche Materialien waren Leihgaben.

Sämtliche Materialien waren Leihgaben.

Nach dem Abbau haben bureau SLA und Overtreders W die Einzelteile wieder  zurückgegeben.

Nach dem Abbau haben bureau SLA und Overtreders W die Einzelteile wieder zurückgegeben.

Bildergalerie ansehen: 20 Bilder

Alle Meldungen

<

11.04.2018

Das Prinzip Fahrradfelge

gmp modernisieren Stadion in Chorzów

11.04.2018

Kulturelles Erbe ohne Architektur?

Gerhard Vinken über Big Beautiful Buildings und das Europäische Kulturerbejahr

>
Baunetz Architekten
Bez + Kock
BauNetz Wissen
Unigebäude mit Beisl
Campus Masters
Jetzt abstimmen