Parken mit Seeblick
Parkhaus in Lindau von Auer Weber
Konferenzzentrum und Parkhaus – zusammengehörig und doch ein ungleiches Paar. Einem repräsentativen Schmuckstück steht hier meist ein gesichtsloser Funktionsbau gegenüber. Wenn dann beides gleichzeitig eröffnet wird, tendiert die Aufmerksamkeit für das Parkhaus endgültig gegen Null.
Bei der Inselhalle in Lindau ist das in doppelter Hinsicht ein wenig anders. Seit 2014 arbeiten Auer Weber aus München an der Sanierung der Halle und dem Neubau des Parkhauses. Eigentlich hätte die Halle schon im Sommer fertig werden sollen. Doch die Verzögerung hat auch ihr Gutes. Denn so können die Architekten die Fertigstellung des ansehnlichen Parkhauses neben der Halle bekannt geben, ohne dass die große Schwester dem gar nicht so kleinen Funktionsbau die Schau stiehlt.
Knapp 400 Stellplätze liegen in dem viergeschossigen Bau. Doch damit nicht genug. Im Rahmen der Möglichkeiten wurde die Monofunktionalität eines solchen Hauses ein Stück weit aufgebrochen. Denn neben den Stellplätzen gibt es Fahrradboxen, Sanitäranlagen für die nahe gelegenen Bootsanlieger, eine öffentliche WC-Anlage sowie eine kleine Feuerwache in dem Haus. Dadurch wird das Parkhaus am Seeufer vor allem auf Erdgeschossebene ein echtes öffentliches Gebäude, das sich nicht nur an die Autofahrer wendet.
An der Fassade arbeiteten die Architekten mit unregelmäßig gefalteten, kupferfarbenen Metallpaneelen. Im Bereich der Parkdecks sind die Bleche perforiert. Auf der obersten, offenen Ebene gibt es ein Flugdach, das aber so weit zurück gesetzt wurde, dass man es von der Straße aus nicht sieht.
Im Frühjahr nächsten Jahres soll die Sanierung der Inselhalle abgeschlossen sein. Die Halle ist vor allem für das jährliche Nobelpreisträgertreffen bekannt, das seit 1951 in Lindau stattfindet. Zwischen den beiden Bauten wird dann ein neuer Stadtplatz entstehen, der zwischen Altstadt und See vermittelt. (gh)
Fotos: Aldo Amoretti
Hut ab, und weiter so, next generation. Die qualitätvolle Übergabe eines namhaften Büros an die nächste Generation klappt nämlich nicht immer. Siehe Behnisch. Oder Hans Hollein......
''Der Deutsche braucht seine geschlossene Autobox!'' Wer ist denn bitte ''der Deutsche''? Wenn sie die Bürger der Stadt oder des landes meinen kann ich Sie beruhigen, die mögen keine Boxen und wurden auch nicht gefragt ob das da so aussehen soll.
Ich habe mir den Grundriss nach Ihrer Kritik nochmals angesehen. Wo würden die Stützen denn aus Ihrer Sicht besser stehen? Nach meiner Erfahrung stehen sie ganz an der üblichen Stelle, sodass ein Ein-/Ausfahren gut möglich ist, und die Autotüren geöffnet werden können. Sprich leicht eingerückt von der Fahrbahn. Auch das Raster schein das übliche zu sein...?