Hübscher Deckel
Park und Tiefgarage von Cobe in Kopenhagen
Im September eröffnete in Kopenhagen der Operaparken. Unter der anspruchsvollen und aufwendig bepflanzten Anlage von Cobe versteckt sich die neue Tiefgarage der Oper. Ein überraschendes Projekt in der viel gefeierten Fahrradhauptstadt.
Von Gregor Harbusch
Auch in der „Fahrradhauptstadt“ Kopenhagen werden Tiefgaragen gebaut. Denn obwohl die dänische Hauptstadt in Sachen Individualverkehr ökologisch fraglos sehr weit vorne ist, fährt man auch dort weiterhin kräftig Auto. Ziel ist etwa die 2005 eröffnete Oper am östlichen Hafenufer gegenüber der historischen Altstadt. Perspektivisch werden es sicherlich weniger klassische Benziner sein, aber offensichtlich gehen die lokalen Entscheidungsträger*innen davon aus, dass sich die Situation an der Oper zukünftig nicht substantiell ändert.
Im Oktober eröffnete jedenfalls direkt neben der Oper eine Tiefgarage mit 300 Stellplätzen, von denen wiederum 50 Ladeanschlüsse für Elektroautos haben. Zugang und Deckel des Untergrunds wurden aufwendig gestaltet, der Name lautet nun Operaparken. Verantwortlich für das gesamte Projekt zeichnen Cobe (Kopenhagen). 21.500 Quadratmeter Fläche umfasst der Park, der aus sechs thematischen Gärten besteht und deren Bepflanzung sich wiederum auf unterschiedliche Ökosysteme und Kulturen bezieht.
In der Mitte des Parks befindet sich das 680 Quadratmeter große „Greenhouse“. Es handelt sich um einen rundum raumhoch verglasten Pavillon mit einem weit ausladenden, geschwungenen Dach. Der Pavillon weist eine überraschende und originelle Nutzungsmischung auf. Weit öffnet sich der Raum hier hinab in die beiden Untergeschosse der Tiefgarage. Staunend blickt man hinunter auf die offen geführte Treppenanlage und aufwendige subtropische Bepflanzung, hinter der wiederum raumhohe Glasscheiben den Blick auf die Autos in der Garage ermöglichen. Als ob dieser verschwenderische Luxus in der Tiefe nicht schon genug wäre, gibt es auf Erdgeschossniveau einen geschmackvoll gestalteten Restaurantbereich.
Neben dem zentralen Pavillon führt noch ein zweiter Aufgang aus der Garage, von dem aus wiederum ein – natürlich raumhoch verglaster – Korridor einen wettergeschützten Weg vom privaten PKW zum Opernhaus garantiert. Knapp zwanzig Jahre lang hatten die motorisierten Opernfreund*innen auf einem Areal jenseits der Oper parken und einige hundert Meter ungeschützt zum Haus laufen müssen. Das Areal des jetzigen Parks war übrigens über viele Jahre eine weitgehend schlichte Grasfläche.
Als Bauherrschaft geben die Planer*innen die Stiftung Operaparkfonden an. Finanziert wurde das Projekt von der A.P. Moller Foundation, die der Gründer des internationalen Logistikunternehmens Maersk 1953 ins Leben rief und nach sich benannte. Die ökonomisch potente Stiftung finanzierte unter anderem auch das 2005 eingeweihte Opernhaus in Kopenhagen von Henning Larsen Architects, das nun über eine der geschmackvollsten Tiefgaragen weltweit verfügen dürfte. Vom viel gelobten Kopenhagen hätte man aber doch mehr als diesen grün aufgepeppten PKW-Pragmatismus erwartet, wenn es um die verkehrliche Erschließung einer großen Kultureinrichtung geht.
Fotos: Francisco Tirado
Einen Überblick wichtiger Bauten der letzten 20 Jahre in der dänischen Hauptstadt bietet Baunetzwoche#624 „Erfolgsrezept Kopenhagen“.
nur noch höhle mit feuer?
wo gehen sie morgen einkaufen und wie kommen die sachen auch in den nächsten monaten dort hin?
ganz allgemein.
gegen menschen die es mögen habe ich dennoch nichts.
vielleicht passt der maserati zu opernbesuchern. ich weiß das nicht. die waren in den plänen dargestellt.
mit 'auch nicht?' kann ich leider nichts anfangen.
lassen wir doch dem opernhaus seine parkplätze und freuen uns über den wundervollen pavillion in einer großartigen parkanlage.
mit dem fahrrad anreisen ist ja nicht verboten.