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10.03.2020

Wohnen im Farbkasten

PLOV und MOA in Salzburg


Das Wohnbauprojekt Stadtpark Lehen ist nach dem benachbarten Gemeinschaftsgarten Lehen benannt. Es schließt diesen zur viel befahrenen Bundestraße 155, die hier im Stadtgebiet Ignaz-Harrer-Straße heißt, ab und übernimmt damit eine wichtige Rolle auf dem nicht einfach zu bespielenden Grundstück zwischen Erholungsraum und Einfallstraße. Der Entwurf für die auf zwei Baufelder aufgeteilte Bebauung, die mit insgesamt fünf Häusern bezahlbaren Wohnraum bietet und aufgrund ihrer Bauweise den Lärm vom Park abhält, wurde vom Wiener Büro PLOV Architekten in Zusammenarbeit mit dem Salzburger Büro Martin Oberascher & Partner Architekten (MOA) entwickelt. Er ging 2012 als Zweitplatzierter aus dem für das Projekt ausgeschriebenen Wettbewerb der Gemeinnützigen Salzburger Wohnbaugesellschaft GSWB hervor und konnte nach vielen gemeinsamen Planungsworkshops realisiert werden.

Auf dem Baufeld eins schufen die Architekten ein Volumen mit rund 4.536 Quadratmetern Fläche mit 62 Wohneinheiten, davon sind 42 geförderte Miet-/Mietkaufwohnungen und die restlichen geförderte Eigentumswohnungen. Der in seiner Höhe abgestufte, langgestreckte Bau mäandert entlang der Ignaz-Harrer-Straße bis hin zur Lehener Straße und schlängelt sich dabei um ein Bestandsgebäude aus der Jahrhundertwende, in dem heute das Artforum Salzburg residiert. Hier entstand ein kleiner öffentlicher Platz. Der L-förmige Baukörper auf Baufeld zwei direkt am Flüsschen Glan ist mit 3.128 Quadratmetern Wohnfläche etwas kleiner geraten. Dort stehen insgesamt 43 Wohneinheiten zur Verfügung, 29 davon als geförderte Miet-/Mietkaufwohnungen. Bei beiden Gebäuden bringen Gewerbeflächen im Erdgeschoss Leben ins Haus, für Fahrzeuge gibt es jeweils eine Tiefgarage im Untergeschoss.

Das Projekt reagiert den Planern zufolge auf lokale Anforderungen, insbesondere in Bezug auf die Schallemissionen der stark befahrenen Einfallstraße. Ein fünf Geschosse hoher Durchbruch des langen Baukörpers schafft einen Zugang zum dahinterliegenden Park, verhindert aber durch seine Lage im schrägen Winkel zur Straße, dass der Lärm sich zu sehr auf diesen ausweitet. Zur Ignaz-Harrer-Straße hin prägen geschlossene Laubengänge die Fassade, die den Verkehrslärm zu den dahinterliegenden Wohnungen auf ein erträgliches Maß herunterdämmen sollen. Dabei wechseln sich Betonteile mit Farbnuancen von gelb bis hellgrün mit geschosshohen Glaselementen ab. Die Wohnungen wiederum sind allesamt zur Parkseite hin ausgerichtet. Hier dominieren offene Balkone, die an den querstehenden Flügeln zum Teil amöbenförmig rund und an den parallel zur Straße ausgerichteten Bauteilen scharfkantig eckig ausgeformt wurden.

Der spannende Moment des Projekts liegt im besonderen Modell der geförderten Mietkaufwohnungen. Diese sollen ermöglichen, dass sich auch einkommensschwächere Schichten eine dauerhafte Bleibe sichern können. PLOV waren im Übrigen auch an der Realisierung des Quartiershauses Stadtelefant in Wien beteiligt, wo sich Architekten zusammen mit anderen Kreativen selbst ein reduziertes Gebäude zum Wohnen und Arbeiten gebaut haben – und damit bewiesen haben, dass gute Architektur nicht teuer sein muss. (tl)

Fotos: Andreas Buchberger


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Die Fassade zeigt sich zur viel befahrenen Straße hin eher geschlossen, hier liegen Laubengänge.

Die Fassade zeigt sich zur viel befahrenen Straße hin eher geschlossen, hier liegen Laubengänge.

Zum Erholungsraum des Stadtparks hin dominieren Balkone das Bild.

Zum Erholungsraum des Stadtparks hin dominieren Balkone das Bild.

Ein Durchgang zum Park ist im rechten Winkel zur Straße hin geöffnet und soll so den Lärm abhalten.

Ein Durchgang zum Park ist im rechten Winkel zur Straße hin geöffnet und soll so den Lärm abhalten.

Blick aus den zur Straße hin abgeschlossenen Laubengängen.

Blick aus den zur Straße hin abgeschlossenen Laubengängen.

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