Gefaltet am Hang
Ortsmitte in Gaiberg von Ecker Architekten
Etwa zehn Kilometer südlich von Heidelberg befindet sich Gaiberg. Historische Verkehrswege queren die Gemeinde mit ihren rund 2.400 Einwohner*innen, darunter auch eine stark befahrene Landesstraße direkt am Dorfkern. Seit 2018 wird dieser Bereich umgestaltet. Erst wurde die Verkehrsinsel entfernt, danach die Bestandsbauten neben dem Rathaus und der evangelischen Kirche. Die Pläne für die Neugestaltung der Ortsmitte lieferte das Heidelberger Büro Ecker Architekten.
Durch die Anpassung der Straßenführung wurde die Verkehrssituation vereinfacht, außerdem wurde ein kleiner Vorplatz für das Rathaus geschaffen, erklärt die Projektbeschreibung. Für die Architekt*innen war die Lage des Ortskerns an einem steilen Hang eine besondere Herausforderung. Der Platz mit Treppen und Terrassen liegt nicht zuletzt aus Lärmschutzgründen deutlich tiefer als die Straße. Ein Wasserlauf zieht sich durch die gesamte Anlage und mündet am unteren Ende in einen Brunnen.
Der fast vollständig abgesenkte Neubau ist erst auf den zweiten Blick zu erkennen, denn nur an einer schmalen Seite öffnet er sich talseitig zum Platz. Die gefalteten, in einem Guss betonierten Wände und die Decke definieren den insgesamt 130 Quadratmeter großen Innenraum. Hier soll künftig Gastronomie einziehen. Die Gestaltung des neuen Platzes mit Gebäude und neuer Straßenführung kostete die Gemeinde Gaiberg rund 2,7 Millionen Euro. (mg)
Fotos: Brigida González , Thilo Ross
und ich werde mir das ansehen. es inspiriert mich. gestalterisch. wirkt es gefühlvoll und kenntnisreich gesetzt. etwas unklar erscheint die idee des duckens und versteckens. die leere. und vielleicht auch der falsche ansatz im DORF alles bis ins detail so durchzuplanen. dass die architekten das können, sieht man. entwurf: chapeau! programmatisch - und der vorwurf trifft kaum die architekten - werden wir mit derlei lösungen aber überhaupt nicht weiterkommen. die dörfer sterben. überall. und es fehlt zumeist nicht an "guter architektur", sondern an glaubhaften ideen und projekten für die zukunft. das mag nicht der job von architekten sein, aber wir können uns auch nicht damit zufrieden geben, dass man zwar unseren entwurf lobt und die fotos für die homepage taugen, aber nicht wirklich aktive räume entstehen. die verantwortlichen vor ort wissen oft nicht mehr weiter und setzen auf gestalterische lösungen, weil sie für andere änderungen oder phantasievolle initiativen gar keine blaupausen haben. ich hoffe, ich tue gaiberg nicht unrecht, dort mag es anders sein. ich spreche aus meiner beruflichen praxis und bin daher skeptisch. die förderprogramme fördern oft gebautes und zu selten echte prozesse. lucius k. kommentar 10: sehr gut!
nebenbei wurden zwei, ich vermute rot- bzw. blutbuchen gepflanzt, die in 10 - 15 jahren dem dorfplatz einen angenehmen schatten spenden werden. mein freund, der baum lebt!