Feines Foyer für Alexander
Ortner&Ortner-Turm in Berlin hat die Baugenehmigung
Das Auf und Ab der Hochhauspläne am Alexanderplatz ist inzwischen ähnlich berüchtigt wie andere Dauerthemen der Berliner Statdplanung. Der Masterplan von Hans Kollhoff zur Umgestaltung des Alexanderplatzes von 1993 sah zehn Hochhäuser vor – bisher wurde keines davon gebaut. Jetzt aber – gewissermaßen zum 25. Jubiläum des Kollhoff-Plans – gibt es einen ersten Erfolg zu vermelden: Für den „Alexander Berlin Capital Tower“, den Ortner&Ortner Baukunst (Wien/Berlin) für die russische Immobiliengruppe MonArch konzipierten, liegt endlich die Baugenehmigung vor.
Das Projekt selbst blickt ebenfalls auf eine schon etwas längere Planungsgeschichte zurück. Bereits 2003 hatten Ortner&Ortner den Wettbewerb für das Ensemble aus Hochhaus und Einkaufszentrum gewonnen, doch nur das Alexa wurde seither fertiggestellt. 2014 kam dann wieder Schwung in das Projekt, als eine aktualisierte Fassung des Turms im Baukollegium unter Regula Lüscher diskutiert wurde. Ein Jahr später erfolgte dann eine öffentliche Präsentation des geplanten Hochhauses, dessen Fertigstellung damals für 2019 avisiert war. Seiterher hat es noch mal ein wenig gedauert, weshalb man nun auf 2021 hofft.
Insbesondere die architektonische Herleitung des Turms mit seinen gestapelten Gebäudemodulen zeugte damals von einer gewissen Imaginationsfreude der Projektmacher. Weil der Alexanderplatz nach dem Zaren Alexander I. benannt ist, plane man Bezüge sowohl zum „deutschem Rationalismus” als auch zum „russischem Konstruktivismus“.
Umgesetzt wird hier ein Luxusbauvorhaben von über 40.000 Quadratmeter auf 35 oberirdischen Geschossen, das eine Hotelnutzung mit Wohnungen kombiniert. Bei rund 150 Metern wird der Turm das bisher höchste Wohnhochhaus der Stadt sein. Auf zwei Etagen entstehen außerdem eine Club-Lounge, ein Kino, ein Schwimmbad, sowie Konferenz-Räume und ein Restaurant. (sb)
ungeeignet??? An dieser Stelle (Alex) beschleicht einen immer das ungute Gefühl, dass der Städtebau langsam aber sicher vollkommen entgleist. Ganz zu schweigen von der Verkehrssituation.
Zumindest ist man hier so ehrlich mit der Perspektive zu werben, die das Behäbige und Groteske der verschobene Kubatur ungeschönt offenlegt. Peter Behrens, dessen Berolina- und Alexanderhaus für die Fassaden offenbar Pate standen, wird sich im Grab umdrehen.