Waldschlösschentunnel?
Offener Brief von Volkwin Marg zur Elbquerung in Dresden
Volkwin Marg (gmp) hat sich am 24. Mai 2007 in einem offenen Brief an den Stadtrat Dresden gewand. Darin wendet sich der Architekt gegen das laufende Gutachterverfahren zum Bau einer neuen Elbquerung in den Dresdener Elbauen.
Das Büro gmp war beauftragt worden, sich an dem Verfahren zu beteiligen. Mit Hinblick auf die „alternativlose Aufgabenstellung“ weist Marg diesen Auftrag zurück. Als ehemaliger Juryvorsizender des „Realisierungswettbeweberbs Waldschlösschenbrücke“ von 1997 möchte Marg zudem die „politisch verfahrene Situation nicht durch eine mögliche Kompromittierung meiner Person belasten“.
„Unter Verzicht auf jegliche Honorierung und außerhalb des konkurrierenden Verfahrens“ stellt er statt dessen den Vorschlag einer Untertunnelung der Elbaue zur Diskussion. Seiner Meinung nach ist der Tunnelbau „technisch möglich und wirtschaftlich vertretbar“ – und wird von der Stadt unverständlicherweise in der Aufgabenstellung von vornherein ausgeschlossen.
Marg schreibt weiter, er lehne das Verfahren ab, „weil ich der Überzeugung bin, dass gegenüber der Bewusstseinslage von 1996/97 die Wertschätzung der bislang von der UNESCO als Kulturerbe anerkannten Stadtlandschaft mit den völlig unbebauten Elbauen Gemeingut geworden ist und damit die urbanistischen Planungsprämissen verändert sind.“
Das vollständige, sechseitige Schreiben von Volkwin Marg können Sie hier im PDF-Format herunterladen.
wo bleibt eigentlich die Verantwortung der Planer/Architekten für das was in Städte oder Landschaften als Gebäude oder Bauwerk gestellt wird. Dies unter Hinblick auf die Ästhetik und der Annehmbarkeit durch die Menschen, die dann täglich, und das nicht nur für eine kurze Zeit, damit leben müssen.
Architektur ist heute zur Zeit nur Kubismus und/oder übertriebene einfache statische Lösungen.
Hier deutlich sichtbar an der föllig überladenen sowie einfachen statischen als auch architektonisch anspruchslosen Form der jetzt wohl zu bauenden Brücke. Einfach eine Schande.
Hat der Architekt nicht die Aufgabe sich mit dem Bauwerk und dem Ausführungsort so auseinanderzusetzen, dass auch der jeweiligen Standortsituation Gerechtigkeit widerfährt.
Dresden ist Kulturstadt und daurch schon sensiebel genug, jetzt auch noch UNESCO-Kulturerbe. Genau an dieser Stelle soll jetzt eine brutale Brückenkonstruktion gestellt werden.
Wenn der Architekt sich mit Dresden identifizieren würde, hätte er erkannt, dass sich in Dresden keine Brücke befundet und befand, die die statischen Tragwerke über der Nutzebene führt.(das "Blaue Wunder" ausgenommen)
Wenn also schon eine Brücke, dann bitte eine die sich in das Gesicht Dresdens einfügt. Das jetzige einfache statische Konstrukt passt wohl besser in eine Industrielandschaft.
MfG. Fleischer
dann mal ran und schoenen entwurf gemacht, vielleicht gelingt ihnen, was allen anderen versagt blieb.
sicher gibt es ehrliche und ausdrucksstarke und oft sogar identitätssteigernde brueckenloesungen, aber da waren auch angemessene planungsbedingungen die grundlage.
es gibt genug negative beispiele und im falle ihrer realisierung wird die bruecke in dresden eines werden.
Im übrigen: Eine Tunnellösung ist nicht wirklich besser, auch wenn sie oberflächlich das "liebe" Bild zu erhalten scheint. Eiermann sagte schon:"Der leibe Gott sieht hinter das Detail".
Das Ungeliebte, aber nun mal Reale, im Boden versteckt, ist damit nicht einfach weg. Kulturen haben ihren Brückenbedarf immer ehrlich und ausdrucksstark und oft sogar identitätssteigernd zu lösen verstanden. Wir sollten zu einer positiven Vorwärtsstrategie in der Lage sein.
Eckart Leipprand
Dennoch bleibt als deren Konsequenz eine erhebliche Verkehrssteigerung für viele angrenzende, wie von der Stadt Dresden selbst in Auftrag gegebene Studien anführen. Nachzulesen unter http://www.waldschloesschenbruecke.de.
Seit Kajo Schommer damals die Brückenlösung auf den Thron gehoben hat, verfangen sich alle Argumente im CDU-Filz. Ohne Gesichtsverlust scheint nichts mehr zu gehen.
Böse Zungen behaupten, dass der krakenarmige GU den Brückenbau forcierte (weil er vielleicht einen Tunnel nicht bauen konnte...?)