Schaufenster für Springer
OMA: Baubeginn in Berlin
Es ist bereits über zwei Jahre her, dass OMA den Wettbewerb für den Springer-Campus für sich entscheiden konnten: Jetzt wird gebaut. Heute haben nach erteilter Baugenehmigung am Rand der Berliner Mitte auf dem Grundstück zwischen Zimmer- und Schützenstraße die Arbeiten für den Neubau der Axel Springer SE begonnen, wie das Unternehmen mitteilt.
Dass der Entwurf „spektakulär“ ist, weiß man auch bei bild.de – ein Glück also, dass in das neue Medienhaus mit dem 30 Meter hohen Atrium vor allem Mitarbeiter der digitalen Angebote von Axel Springer ziehen dürfen. Unter anderem soll die Redaktion von N24 hier einen gemeinsamen Newsroom mit den Redakteuren der Welt-Gruppe bekommen. Dieser ist auf einer Passerelle geplant, die auf halber Gebäudehöhe quer durch das Atrium führt – eine Überarbeitung, die in dem Wettbewerbsentwurf noch nicht geplant war.
Generell zeigt sich der überarbeitete Entwurf von Rem Koolhaas „Block auf Speed“ leichter und weniger radikal, was daran liegt, dass er schlichtweg nicht mit dem bestehenden Bebauungsplan, der hier einen Park vorsah, vereinbar war. Im Erdgeschoss sollen öffentliche Flächen für Restaurant, Café und Veranstaltungen untergebracht werden, während sich die Fernsehstudios an der Nordfassade mit Fenstern zur Stadt öffnen, wie Die Welt berichtete.
Auch das Konzept eines übergroßen Schaufensters bleibt, wenn auch in abgeänderter Form, erhalten. Um den Neubau „einladender“ werden zu lassen, soll er leicht angehoben werden, so dass eine wahrnehmbare Fuge entsteht. Aus Rücksicht auf Nachbarn der Nord- und Westseite sollen die oberen Partien des Neubaus außerdem leicht zurückgesetzt oder abgeschrägt gebaut werden, was das zukünftige Springer-Monument ebenfalls im Vergleich zum Wettbewerbsentwurf leicht abschwächt.
Für OMA ist es nicht die einzige Baustelle in der Hauptstadt, verantwortlich zeichnen neben Rem Koolhaas die Partner Ellen van Loon und Chris van Duijn. Den Umbau des KaDeWe leiten neben Koolhaas Ippolito Laparelli und Alex de Jong. (jk)
Der Erstsemester-Schnitt verheißt ziemliche Langeweile. Verpasste Chance für Berlin. Aber setzt Springer eine alte Tradition fort: An dieser Stelle wurde seit dem goldenen 50er-Jahre Haus von Sobotka Müller nichts Qualitätvolles mehr gebaut, im Gegenteil sie haben dem Hochaus mit dem Spiegelanbau und der Passagen-Bulette höchsten Schaden zugefügt. Nun entsteht ein Bermuda-Dreieck aus der OMA-Schule mit Sauerbruchs mittlerweile verstümmelten Checkpoint-Charlie-Haus, dem tollen ehemaligen GSW-Hochaus und dieser Glaskiste mit Schlitz und Dreiecksfenster.
dort steht ein ziemlich verbautes doppelhochhaus, eine seltsame ddr-mendelsohn-rekonstruktion und ein ziemlich totes 90er/00er Jahre hotel. dann ein paar altbauten, dahinter dann wieder die ebenfalls sehr tote bundesdruckerei und nach oben die hochhäuser der leipziger straße. welcher kontext also? warum zur hölle sollte man dann da nicht einfach so einen block hinbauen, vor allem wenn der durchaus verspricht, dort für einiges publikumsaufkommen zu sorgen?
Oder hat das Büro die gar nicht, weil die ohnehin ein Sub-Architekturunternehmer zusammenschustert? In freier Anlehnung an die alte römische Redensart: Minima non curat Oma? Fragen über Fragen...