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30.08.2016

Maschine frisch saniert

Nissen Wentzlaff erneuern Personalhaus der Roche in Basel


Nicht erst seit dem spektakulären Hochhaus-Neubauten von Herzog & de Meuron ist das Betriebsgelände der Hoffmann-La Roche AG in Kleinbasel ein Ort für interessante Architektur – im Gegenteil, schon der Masterplan des Areals von 1939 stammt von einem der wichtigsten Schweizer Architekten jener Zeit, Otto Salvisberg. Nach dem Tod Salvisbergs führte sein Partner Roland Rohn die Arbeit fort. Neben weiteren Büro- und Forschungsgebäuden entwarf Rohn auch den richtungweisenden Bau 67, der als Personalhaus dem Wohlergehen der Mitarbeiter dienen sollte. Nissen Wentzlaff Architekten (Basel) haben das 1971 fertiggestellte Gebäude nun generalsaniert und neu ausgestattet.

Das Personalhaus mit seiner charakteristischen Relief-Fassade des Künstlers Ödön Koch liegt am Rand des Firmengeländes und prägt damit auch den Straßenraum. Während das Gebäude zwar nicht unmittelbar der Produktion dient, wird Rohns Entwurf heute in der Fachliteratur als „maschinenartiges Gebilde“ beschrieben, das auf betont funktionale Weise ein sehr breites Raumprogramm zusammenführt. Neben der dreigeschossigen Tiefgarage sind dies vor allem ein Personalrestaurant, eine Cafeteria und ein Schwimmbad. Im zweiten Obergeschoss stehen außerdem Büros und Sitzungszimmer mit Fernblick zur Verfügung. In ästhetischer Hinsicht verband Rohn das vielfältige Programm mit einer übergeordneten Betonstruktur, die dank großer Stützweiten für viel Offenheit sorgt.

Nissen Wentzlaff Architekten nähern sich dem Personalhaus mit viel Respekt, ohne jedoch an maßgeblichen Stellen auf eigene Setzungen zu verzichten. Äußerlich ging es vor allem um die energetische Sanierung der Fassade, deren Erscheinungsbild mit den Reliefs von Koch aber komplett erhalten werden konnte. Kochs Arbeit lässt sich dabei stellvertretend für das ambitionierte Kunst-am-Bau-Programm des Personalhauses nennen, das sich durch eine besonders enge Durchdringung mit der Architektur auszeichnet. Alle anderen Arbeiten wurden darum ebenfalls wieder angebracht und – wo notwendig – saniert.

Im Innenraum standen neben der Instandsetzungsarbeit ansonsten die Neugestaltung der Speisesäle und Restaurantbereiche im Vordergrund. Nissen Wentzlaff arbeiten hier mit hellem Holzparkett und einer stärkeren Strukturierung der Räume durch bankartige Möbel. Wo außerdem bisher nur die Betonkassettendecke für einen fast schon industriellen Raumeindruck gesorgt hat, setzt nun eine runde Lichtskulptur neue Akzente – eine Intervention, die sich zugleich auch als erfolgreiche Fortsetzung des ursprünglichen Kunstprogramms verstehen lässt. (sb)

Fotos: Ruedi Walti


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Nissen Wentzlaff Architekten


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