Jahr des Feuerpferdes
Neun Gemeinschafts- und Kulturzentren in China
Vergangene Woche hat in China das Jahr des Feuerpferdes (丙午) begonnen. Das Neujahrsfest der Volksrepublik, dessen jährlich variierender Termin nach dem Lunisolarkalender berechnet wird, erstreckt sich traditionell über zwei Wochen. Im Fokus steht dabei das Beisammensein mit den Liebsten. Während die ersten Tage von ausgiebigen Familienessen geprägt sind, geht es in der zweiten Woche auf die Straße: zu den großen Tempelmärkten, vorbei an Drachen- und Löwentänzen bis hin zum abendlichen Ausklang bei Laternenlicht und Feuerwerk. Unser Themenpaket zeigt neun Orte der kulturellen Zusammenkunft in China.
Je nach Kontext erfüllen Kulturhäuser in der Volksrepublik die unterschiedlichsten Anforderungen. In den Zentren der Metropolen kommen sie oft schon ganzen Stadtteilen gleich: Über 45.000 Quadratmeter Bruttofläche misst beispielsweise das kürzlich von MVRDV transformierte Zementwerk am Flussufer in Shanghai, das mit Skateparks, Großgastronomie und Veranstaltungsräumen aller Art ausgestattet wurde. Ein Gefühl von Größenwahn entsteht auch beim Blick auf skulpturale Landmarks wie das Kulturzentrum von OPEN Architecture in Yantai, bei dem man sich nur schwer vorstellen kann, dass Besucher*innen für mehr als ein paar Schnappschüsse vorbeikommen.
Doch wird Kultur in China nach wie vor großgeschrieben und das zeichnet sich vor allem in gewachsenen Stadtteilen oder kleineren Ortschaften ab. Hier übernehmen Kulturzentren oft noch spezifischere Funktionen als in den Großstädten. Im ländlichen Teil der Region Jiangnan entwarfen ConCom Studio zum Beispiel ein Haus mit Hochdach, das der lokalen Tradition des Reisanbaus und der Porzellanherstellung gewidmet ist. Noch weiter zurück greift das Kulturzentrum in Chengdu von AOE: Es erzählt die Geschichte des frühzeitigen Handels zwischen China und Italien, der sich bis ins 13. Jahrhundert zurückdatieren lässt. (tg)








