Moschee mal anders
Neues Gotteshaus in Ankara fertig gestellt
Die türkischen Architekten Hüseyin Bütüner und Hilmi Gürer (aus dem Arti Tasarim) haben beim Entwurf ihrer Mogan-Moschee in Ankara, die jüngst fertig gestellt wurde, offenbar mit der Tradition gebrochen.
Statt osmanisch-barock präsentiert sich dieses Gotteshaus als zweigeschossiger Pavillonbau mit raumbildenden Betonscheiben. Die Eingangsfassade an der südlichen Längsseite ist skulptural gestaltet und weiß gestrichen, die Stirnseiten erhielten hingegen eine kontrastierende Natursteinfassade.
Seinen Pavillon-Charakter erhält der Bau letztlich durch eine Fassade aus Gußglas-Elementen, die sich transluzent, nicht jedoch transparent zur Nordseite hin öffnet und die Besucher der Moschee nicht blendet. Die Architekten scheinen Anleihen bei neueren Sakralbauten in Westeuropa genommen zu haben.
Auch das Minarett erinnert in seiner Skeletthaftigkeit irgendwie an Glockentürme der Nachkriegsmoderne in Deutschland. Seit der Muezzin aber schon seit Jahrzehnten bequem per Lautsprecher die Gläubigen in die Moschee rufen kann und sich nicht mehr selbst auf den Turm bemühen muss, erscheint eine zeitgemäße Anpassung des Minaretts nur als logisch.
http://forum.arkitera.com/yapilar-projeler/11852-mogan-camisi.html
findet man unter google "mogan camii"
die gebetsnische ist in eine glaswand intergriert, das gab es erstmals 1989 bei der moschee von altug, behruz, can und cinici für die türkische nationalversammlung. dort blicken jedeoch die betenden jedoch durch die glaswand auf einen innenhof.
diese neue moschee in ankara stimmt mich eher traurig: sie koennte genauso gut auch kirche sein. wo bleibt da das eigene? soll am ende die ganze welt gleich aussehen?
ja, man kann moscheen auch neubauen, aber dann sollen sie bitte auch noch als solche erkennbar sein!