Rotes Wohnen
Neubau von Stefan Forster in Frankfurt
Von der Türschwelle bis zum Dachabschluss haben Stefan Forster Architekten (Frankfurt am Main) ihren Neubau an der Schloßstraße in Frankfurt in erdiges Rot getaucht. Er beherbergt 13 Wohnungen sowie eine Kita und grenzt rückseitig an den Von-Bernus-Park im Stadtteil Bockenheim. Ganz in der Nähe hatte Stefan Forster erst kürzlich das von Ferdinand Kramer errichtete Institutsgebäude Philosophicum auf dem ehemaligen Universitätsgelände zum Wohnhaus „The Flag Bockenheim“ umgebaut und erweitert.
Der fünfstöckige Bau besitzt ein traufständiges Satteldach mit großen Gauben. Ein simples Fensterraster strukturiert die Lochfassade aus rotem Klinker an den Straßen- und Giebelseiten. Die rückseitige Südfassade öffnet sich dagegen mit bodentiefen Fenstern und in den Baukörper eingeschobene Loggien zum Park. Eine spiralförmige Feuertreppe ist hier in der Mittelachse der Fassade platziert und unterstreicht damit die Symmetrie des gesamten Gebäudes. Die Symmetrie wird lediglich durch die aus der Achse verschobenen Zugänge und eine eingeschossige Mauer konterkariert, die zur angrenzenden Wohnscheibe abschließt. Letztere schirmt den Spielplatz der Kita von der Straße ab.
Das Gebäude ersetzt einen gastronomisch genutzten, einstöckigen Flachbau an derselben Stelle. Die Bebauungs- und Trauflinie orientiert sich an der umliegenden Bebauung des Stadtviertels, die überwiegend aus den Sechzigerjahren stammt. Das Spiel mit traditionellen und modernen Elementen wie Satteldach und Lochfassade sowie die Primärkörperästhetik von Kubus und Dreieck rufen Erinnerungen an typologische Architekturentwürfe Aldo Rossis wach. Der gelungene Bau von Stefan Forster Architekten schreibt aber in Materialität und historischer Bezugnahme auch Ansätze fort, die das Büro schon beim Schwedler Carré in Frankfurt vorgezeichnet hat. (stu)
Fotos: Lisa Farkas
Eine Anmerkung zur Kommentierung: es gibt keine Rückseite. Liest sich wie: will ich nicht sehen. Ein Haus hat mindestens vier Ansichten. Drei Seiten und das Dach
Der erste Forster der mir sofort gefällt. Und Kudos an Herrn Forster, dass er hier in den Kommentaren in Dialog tritt. Das darf gerne Schule machen.
Der Neubau steht in der Freihaltung, die das Hochhaus ermöglicht hat.