Alu-Lamellenhaut
Neubau von Jürgen Mayer H. in Berlin
Und wieder ist eine Baulücke in Berlin geschlossen. Das Büro Jürgen Mayer H. schickt uns Bilder seines kürzlich in Berlin-Mitte, in der Johannisstraße unweit der Museumsinsel gelegenen Geschäfts- und Apartmenthauses.
Die Architekten beschreiben den Entwurf als „auf einer Neuinterpretation des klassischen Berliner Wohnhauses mit mehreren Einheiten und begrüntem Innenhof basierend“. Ein Sockelgeschoss mit großformatigen Schaufenstern vor Gewerbeeinheiten, darüber Wohngeschosse und eine geneigte Dachfassade schließen in der Tat nahtlos an die benachbarte Blockrandbebauung an. Allerdings fällt der Neubau, was seine Fassadengestaltung betrifft, dann doch reichlich aus dem Rahmen der historischen Bebauungsstruktur: Eine vor die Glasfassade gehängte Fassade, bestehend aus dreidimensional gewölbten, CNC-gefrästem Aluminium-Lamellen dient zur Verschattung und lenkt gleichzeitig Tageslicht in die Innenräume des Neubaus.
Über den Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss befinden sich auf sieben Stockwerke verteilt Wohnungen, die sich in Nord-Süd-Ausrichtung zum rückwärtigen Gartenhof orientieren. Sie sind in Townhouses (mit eigenem Gartenbereich), klassische Apartments und Penthouses (im Dachgeschoss) gegliedert.
Fotos: Ludger Paffrath, Patricia Parinejad, Rick Jack
Für Sie ist es offensichtlich etwas anderes, als für mich....
Ihrer Aufforderung kann ich demnach schlecht Folge leisten. Sie dürfen ruhig weiter meckern und es für "zu eng", "zu viel Design" und "zu wenig Architektur" befinden. Ist schließlich ein freies Land.
Ich werd´s weiter mögen...und die zukünftigen Bewohner werden das tun, wonach ihnen der Sinn steht und nicht, was sich Herr Meyer H vorgestellt hat...Schließlich ist das kein Gefängnis.....da überschätzen Sie Architektur und unterschätzen die Menschen.
Wer Architektur wie eine "logische" Gleichung - ohne Sinnlichkeit - betrachten will, wird sie nie verstehen...hat als Architekt wahrscheinlich den Beruf verfehlt....
ein mit hübschen lamellen verkleidetes zwei geschosse zu hohes investorenhaus mit sehr teuren eigentumswohnungen.
wollen wir das in der stadt?
und noch etwas: die fotos taugen wirklich nicht dazu, sich einen eindruck zu verschaffen. sie sind viel zu sehr bearbeitet und ausgewählt.
und eigentlich dachte ich, dass die leistungsform im inneren vorbei ist: siehe bilder 5 und 6. was soll man in den räumen anderes machen als das, was sich der entwerfer vorgestellt hat, zum zeitpunkt des entwurfs?
das ist sehr intentional, zu eng, viel zu sehr design und zu wenig architektur. design bildet sich eben ein, zu wissen, wie die nutzer zu leben haben. es schreibt ihnen sogar vor, wie sie leben sollen.
darum passt design so gut zu unserer zeit.
oder einfach nur viel zeit,
die "Alu-Latten" sind wirklich überflüssig, solche zutaten bedarf gute architektur nicht,
Oder wäre Ihnen eine Stuck- oder "nackte" Glasfassade lieber?...Was wäre daran "logischer"?
Übrigens: Der Bauherr ist- so habe ich gehört - überglücklich und will selbst einziehen.... Was wollen Sie also eigentlich? Mir erzählen, dass Sie es alle besser gemacht hätten? Nur zu!
P.S. Mein Lob ist völlig ernst gemeint. Ich habe mir schon diverse Projekte aus dem Büro JMH angesehen und schätze die Arbeit der Kollegen inzwischen sehr. Gerade weil sie so idiosynkratisch - unverwechselbar und doch jedesmal anders - ist. Zudem deutet die solide Ausführung auf sorgfältige und ambitionierte Detail-Planung. Weiter so!