Kita unter fünf Dächern
Neubau von Joos Keller in Heilbronn
Optisch gleicht der Kita-Neubau am nördlichen Stadtrand von Heilbronn auf den ersten Blick fünf schmalen Reihenhäusern mit Giebeldächern. Und tatsächlich befindet sich der Neubau auf zwei Grundstücken im Stadtteil Neckargartach, die eigentlich für Einfamilienhäuser vorgesehen waren. Den Auftrag für das 3,3-Millionen-Euro-Projekt erteilte die Stadt im Anschluss an das 2019 durchgeführte Planungskonkurrenz-Verfahren dem Stuttgarter Büro Joos Keller, das daraus als Sieger hervorgegangen war.
Anfang dieses Jahres wurden die Bauarbeiten abgeschlossen. Im Mai fand die feierliche Eröffnung der Kindertagesstätte im Wohngebiet Bernhäusle statt, die nun Platz für insgesamt 60 Kinder in drei Gruppen bietet – zwei Ü3-Gruppen mit jeweils 25 Kindern von drei bis sechs Jahren und eine U3-Gruppe mit zehn Kindern im Alter von eins bis drei.
Nach außen suggeriert der Kindergarten durch die Wiederholung der geometrisch identischen Kubatur auch im Inneren eine Fünfgliedrigkeit. Tatsächlich teilt sich die Einrichtung mit einer Bruttogrundfläche von etwa 860 Quadratmetern aber in nur drei Bereiche auf: Mehrzweck- und Gruppenräume sind im größten, westlichen Teil, die Funktionsräume in der östlichen Flanke und im Fünftel dazwischen das Foyer-Haus angeordnet. Im Zentrum dessen steht die helle Treppe, die sich als Möbelstück mit Garderoben und Stauraum vom hölzernen Innenraum abhebt und über ein Oberlicht inszeniert wird.
Wände und Decken ließen Joos Keller einheitlich in leicht weiß-lasiertem Brettschichtholz ausführen. Die Fassade ist hingegen mit Drei-Schicht-Konstruktionsplatten in Fichtenholz verkleidet. Durch die vorfabrizierten Wände in Holzständerbauweise und die Decken sowie das mit PV-Anlage ausgestattete Dach als Brettsperrholz-Elemente wurde ein hoher Vorfertigungsgrad gewährleistet, der eine rasche Fertigstellung begünstigen sollte. Konstruktion und Materialwahl erinnern an die ebenfalls von Joos Keller in Heilbronn realisierten, vieldiskutierten Micro-Apartments.
Wegen der ursprünglichen Bestimmung des Grundstücks waren die Freiflächen recht überschaubar ausgelegt. Das Landschaftsarchitekturbüro Wiedemann + Schweizer (Stuttgart) konzipierte einen kompakten Freiraum, der sich in einen nördlichen Ankunftsbereich und drei terrassierte Ebenen im Süden des Geländes unterteilt. (tp)
Fotos: Dietmar Strauß
hab da so meine bedenken
wie es aussieht, ist an den Spielsachen gespart worden. Aber für das eine Kind, das scheinbar derzeit betreut wird, langt es allemal.
ich staune dass man (zumindest auf den ersten blick und kurz nach fertigstellung) doch sehr hochwertige materialien und sorgfältig geplante details findet.
und die kosten sollten ja vermutlich auch nicht teurer sein als für eine KiTa mit sauerkrautplattenverkleidungen und fertigmöbeln. nur durch das "weglassen" der aussenanlagen" kann es kaum sein
wie ging das? (ging es überhaupt...?)