Rosa Turm in Luxemburg
Nationalbibliothek von Bolles+Wilson
Wenn einem Neubau eine eigene Sonderbriefmarke gewidmet wird, dann ist dies ein sicheres Indiz dafür, dass das Projekt von nationalem Interesse ist. So der Fall bei der am gestrigen 1. Oktober eröffneten Nationalbibliothek in Luxemburg. Bolles+Wilson (Münster) wurden in dem internationalen Wettbewerb schon 2003 mit dem 1. Preis ausgezeichnet, damals noch für einen anderen Standort, näher am Stadtzentrum und in unmittelbarer Umgebung des EU-Gerichtshofs. Ab 2014 konnte das überarbeitete Projekt weiter nordöstlich auf dem Kirchberg Plateau realisiert werden. Auf der grünen Wiese entstanden für 75 Millionen Euro 39.000 Quadratmeter BGF. Die Bibliothek umfasst außerdem ein Café sowie ein Konferenz- und Seminarcenter.
Die Fassade besteht aus rot durchgefärbten Betonfertigteilen. Deren Oberflächen wurden unterschiedlich behandelt, wodurch eine visuelle Varianz entsteht. Die Straßenfassade zur Avenue John F. Kennedy definierten die Architekt*innen durch ein scharfkantig ausgeschnittenes Volumen mit Verkleidung in weißen Betonfertigteilen. Durch eine hohe gläserne Eingangsfront öffnet sich das Haus zum Stadtraum. Prägnant ist der aufragende Turm, der an einer Ecke besonders spitz zuläuft und dann in einer fließenden Kurve an den hinteren Gebäudeteil anschließt. Ein Gestaltungselement, das Bolles+Wilson in abgewandelter Form auch für ein Wohnhaus in Münster anwandten.
Repräsentativer Hauptraum einer jeden Bibliothek ist der Lesesaal. Der helle Raum der Nationalbibliothek in Luxemburg ist in der Abfolge von mehreren Leseterrassen als gebaute Landschaft konzipiert. Arbeitstische, Regale der Handbibliothek und durch Glaswände separierte Gruppenarbeitsräume erstrecken sich über mehrere Etagen, eine Anordnung, die an die nun zu sanierende Staatsbibliothek West in Berlin von Hans Scharoun und Edgar Wisniewski erinnert. Dazwischen finden sich Sessel und Sitzbänke zum Stöbern und informellen Lesen. Die leicht geschwungene, hölzerne Deckenkonstruktion ruht auf sich nach oben elegant verbreiternden und verästelnden Stützen. Große Oberlichter sorgen für natürliche Beleuchtung.
Direkt ins Auge sticht das Farbkonzept: Der dunkelblaue Fußboden im Lesesaal kontrastiert mit dem in Rot gehaltenen Speziallesesaal. Hier können die Nutzer*innen wertvolle Bücher unter Aufsicht einsehen. Edel wirken die freistehenden Regale und Tische in Weiß. Mit holzverkleideten Wänden und Treppen wärmen Bolles+Wilson die Atmosphäre auf. Außerdem verwenden sie gelochte, weiß emaillierte Ziegel, die sowohl schallabsorbierend sind als auch nachts für Auskühlung sorgen.
Das Herz der Bibliothek – das sich über fünf Etagen erstreckende zentrale Büchermagazin – liegt neben beziehungsweise direkt unter dem Lesesaal. Technische Vorkehrungen schützen die Räume vor Immissionen und garantieren konstante Luftfeuchte und Temperatur. Hier lagern 2,5 Millionen Bücher und Medien. (stu)
Fotos: Christian Richter
(und das ohne Punkte - fiel mir schwer zu glauben das Sie es wirklich sind...) Dann war der Kommentar des il Dottore die übliche platte Provokation. Aber halt auch nicht mehr - muss man da so drauf anspringen? Ich finde die Meldungen dieses kleinen Möchtegern-Trolls ja immer wieder sehr unterhaltsam...aber eben auch nicht mehr als das.
Der Kommentar zeugt von"Ahnungslosigkeit und Ignoranz der Fakten" . Bolles + Willson waren schon immer "jenseits des mainstreams" und immer etwas "speziell" - wie schon mit einem ihrer Erstlinkswerke der Stadtbibliothek in Münster aus den 1990er-Jahren, die heute noch "aktuell ist" und sehr gut auf die städetebauliche Situation eingeht und damit interagiert, bei gleichzeitig hoher Aufenthaltsqualität ....
Kann mir da jemand helfen?