Platz zwischen Platten
Nachverdichtung von Winking Froh in Berlin-Lichtenberg
„Berlin-Lichtenberg ist ein familienfreundlicher Bezirk im Osten Berlins, gut angebunden und mit viel Grün“, so stellt die HOWOGE den Standtort einer kürzlich fertiggestellten Nachverdichtungsmaßnahme in einem Plattenbau-Quartier vor. Die 1990 gegründete Wohnungsbaugesellschaft ist eines der sechs kommunalen Wohnungsunternehmen Berlins, sie betreut einen Bestand von über 70.000 Einheiten, überwiegend in den Ostberliner Bezirken Lichtenberg, Treptow-Köpenick, Weißensee und Pankow. Der Großteil des Bestandes sind also Plattenbauten aus den 1970er und 80er Jahren, die vorwiegend direkt von der Kommunalen Wohnungsverwaltung der DDR übernommen wurden. Seit 2010 lässt die HOWOGE auch im größeren Rahmen Neubauten errichten, bis 2030 soll der Bestand so auf 80.000 Einheiten erhöht werden.
Typisch für den DDR-Siedlungsbau ist auch die Gegend hinter dem S-Bahn-Betriebsbahnhof Rummelsburg in Friedrichsfelde Süd, wo die Dolgenseestraße liegt. Auf einem Grundstück, das von einem Plattenbauensemble eingerahmt wird und auf dem zuvor der Flachbau einer Kita stand, hat die Berliner Dependance des Büros Winking Froh Architekten aus Hamburg drei achtgeschossige Stadthäuser realisiert. Ein europaweites Vergabeverfahren mit anschließendem Wettbewerb war der Beauftragung vorausgegangen.
Auf jeweils quadratischer Grundfläche sind in den Neubauten 119 preisgünstige Wohneinheiten mit insgesamt knapp 7.400 Quadratmetern Wohnfläche entstanden. Die Wohnungen haben 1,5 bis fünf Zimmer und verfügen alle über einen Balkon oder eine Terrasse. Die Neubauten sind bewusst niedriger gehalten als die zehngeschossigen Plattenbauten, die das Grundstück u-förmig umschließen. So sollen die Punkthäuser das vorherrschende Zeilenmuster aufbrechen und dabei nicht zu hoch werden. Durch eine versetzte Anordnung sollen sie eine optimale Besonnung ermöglichen und Blickachsen durch den Innenhof erhalten, dessen Baumbestand weitgehend unberührt blieb.
Auf die Umsetzung wirtschaftlicher, altenfreundlicher und barrierefreier Grundrisse wurde besonderer Wert gelegt. Neben den zum Teil öffentlich geförderten Wohneinheiten sind in den Erdgeschossen zweier Türme Seniorenwohngemeinschaften für jeweils bis zu zehn Bewohner untergebracht. Im dritten Turm findet sich eine Tagespflege als Betreuungsangebot. Die Gesamtbaukosten für das Projekt betrugen etwa 15,3 Millionen Euro.
Die Erschließung der Neubauten erfolgt über einen neuen Quartiersplatz. Er führt laut Architekten auch für die anderen Anwohner zu einer deutlichen Aufwertung der bisher ungenutzten und wenig zugänglichen Freiflächen und soll diese nun zu einem Begegnungsort für alle werden lassen. (tl)
Fotos: Thomas Bruns
Die Grundrisse sind gut, besser als so manche teuren Luxuswohnungen die derzeit gebaut werden. Und daß die Begründung dafür einfach ist, ist kein Gegenargument.
Seit die Feuerwehr mit mobilen Druckbelüftern unterwegs ist, werden auch an innenliegende Treppenräume keine besonderen Anforderungen mehr gestellt: Oben Klappe auf, unten Frischluft reingeblasen und schon geht der Rauch raus. Daher werden wir uns an diese fensterlosen Treppenhäuser wohl auch in Deutschland gewöhnen müssen ...
"Sicherheitstreppenraum light" wäre es, wenn zwischen Treppenraum und Wohnungen ein Flur als Schleuse liegt. Dann wäre kein zweiter Rettungsweg erforderlich.
Im Ausland ist das schon lange so, man muß sich nur mal die Grundrisse der französischen Wohngebäude hier auf Baunetz anschauen - da ist praktisch immer die Treppe vom Flur abgetrennt, das gilt dort als Sicherheitstreppenhaus.
In der Schweiz wäre m.W. sogar bei der hier gezeigten Lösung kein zweiter Rettungsweg erforderlich. Dort ist man der Auffassung, daß feuerhemmende Türen zwischen Treppenraum und Wohnungen ausreichend sind um das Treppenhaus zu schützen, auch ohne extra Flur.
In der Schweiz hat man auch vor ein paar Jahren die Hochhausgrenze von 22 m Fußbodenhöhe auf 30 m Gesamthöhe angehoben (wie früher in der DDR), weil man zu der Auffassung gekommen ist, daß die Leitern der Feuerwehr (die identisch sind mit denen in Deutschland) durchaus höher als 23 m reichen, wenn man sie näher ans Gebäude stellt ...
Die Schweiz ist übrigens weltweit das Flächenland mit den wenigsten Brandtoten je Einwohner ...
Demnach sind §38 (3) ab 4 Wohnungen Flure auszubilden. Im vorliegenden Fall haben wir 5 Wohnungen je Etage.
" Abstellraum in jeder Wohnung
- Abgesehen von der kleinen 2-Zimmerwohnung schöne Zonierung für die Küchen
- gute Raumzuordnung (Räume für individuelle Nutzung sowie gemeinsame Nutzung)
- vernünftig eingerichtete Bäder
- Nicht direkt aneinandergrenzende Balkone
- größtenteils Einbauschränke
- Vernünftig möblierbare Räume"
ich finde das echt klasse, diese Beurteilung von paar Quadratmetern...
Das sind so richtige Zweitsemester "Begründen SIe Ihre Grundrissgestaltung" - Texte....
WIe würde man es sonst machen? Das Klo vor die Türe, die Küchenzeile ins Kinderzimmer?
Der erste über das Treppenhas, ohne Brandlasten natürlich aber auch ohne "Sonderlösungen" Mit T30RS Wohnungseingangstüren.
Der zweite über Fassade (Anleitern der Feuerweht); bei 8 Geschossen geht das noch.
Habe selbst schon ein Haus so entworfen und bereits gebaut; auch 8-geschossig.
Da muss die feuerwehr eben die gebäude rumfahren und sich aufstellen können damit das geht. Ist in diesem Fall aber kein Problem.