Oase des Glaubens
Museumswettbewerb in Mekka entschieden
Die Stadt Mekka ist zwar der zentrale Wallfahrtsort des Islam, es gibt dort bisher allerdings kein Museum, das sich mit dem Glauben selbst auseinandersetzt. Das könnte sich bald ändern, wenn es nach den Plänen der Stadtverwaltung geht, die in den letzten Jahren die Transformation Mekkas extrem vorangetrieben hat. Nach einem gemeinsamen Entwurf von Mossessian Architecture aus London und dem Studio Adeline Rispal aus Paris soll in den nächsten Jahren ein entsprechender Neubau entstehen – das Team konnte sich jetzt im Wettbewerb durchsetzen.
Eine „Oase des Glaubens“ versprechen die Macher des Projekts, dessen Standort knapp sieben Kilometer von der Großen Moschee entfernt sein wird. Von außen als kantiges Volumen mit einer weitestgehend geschlossenen Fassade konzipiert, überrascht das Innere mit einer spiralförmigen Rampe, die für den spirituellen Weg der Gläubigen steht. Entlang des Aufstiegs sind 5.600 Quadratmeter Ausstellungsfläche vorgesehen, die der Geschichte des Islam und des Propheten gewidmet sind. Auf dem Dach erwartet die Besucher dann ein „klimatisch kontrollierter“ Garten, der auch an den heißesten Tagen angenehm kühl sein soll.
Das leere Zentrum der Spirale verstehen die Architekten als „virtuelles Minarett“, was zugleich für den Anspruch des neuen Museums steht, aufzuzeigen, wie vielfältig der Islam heute weltweit praktiziert wird. Auf der Unterseite der Rampe sind die 99 Namen Allahs eingelassen, was dem Projekt eine weitere spirituelle Dimension geben soll. Die übrigen Nutzungen des Museums unterscheiden sich hingegen nicht von den weltlicheren Vertretern dieser Gebäudegattung: Ein Auditorium wird es ebenso geben wie eine Buchhandlung und ein Restaurant. (sb)
An diesen wenigen Bildern ist das kaum auszumachen, also bleibt doch nur hier die Arichtektur an sich zu bewerten und zu kommentieren. Allerdings bin ich selbst stutzig geworden, als ich im zweiten Bild eine betende männliche Gestalt auszumachen meinte, vor der zwei weibliche Silhouetten anscheinend wartend sitzen.
Ob also diese arabische Guggenheim-Replik ein guter Museumsentwurf ist, scheint mir anhand fünf Bildern und ohne Pläne schwierig zu beurteilen.